Klimawarner üben den neuen AMOC-Lauf
Forscher warnen vor Kipppunkt der Atlantikströmung – steigende Benzinpreise seien nur Ablenkung - oder ist es umgekehrt?

Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC), die für milde Winter in Westeuropa sorgt, steht laut neuer Studien kurz vor einem dramatischen Kollaps. Forscher um Valentin Portmann von der Universität Bordeaux prognostizieren eine Abschwächung um bis zu 65 Prozent bis 2100. Der Kipppunkt könnte bereits Mitte des Jahrhunderts erreicht sein. 

Die Folgen wären verheerend: extrem kalte Winter und heisse Sommer in Europa, ein möglicher Zusammenbruch des Amazonas-Regenwalds, beschleunigter Meeresspiegelanstieg sowie eine weitere Erwärmung der Antarktis um bis zu sechs Grad. Zudem droht eine massive Freisetzung von CO₂ aus den Ozeanen. 

Wieder einmal üben sich Wissenschaft und Medien in Klimaalarm und klagen: Während die Öffentlichkeit über Benzinpreise diskutiere, bleibe diese existenzielle Klimakrise weitgehend unbeachtet. Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut warnt: Die Realität könnte noch schlimmer ausfallen. Es braucht dringend mehr Aufmerksamkeit und Handeln.