US-Botschafter Mike Huckabee plädiert für «Grossisrael»
Scharfe Reaktionen aus muslimischer Welt und USA

Der neue US-Botschafter in Israel, der evangelikale Pastor und Ex-Gouverneur Mike Huckabee, hat in einem Interview mit Tucker Carlson am Ben-Gurion-Flughafen offen ein „Großisrael“ befürwortet. Auf die Frage, ob Israel sich im Nahen Osten ausbreiten solle, antwortete Huckabee: „Es wäre gut, wenn sie sich überall etablieren würden“ und bekräftigte: „absolut“. Er fühle sich dieser talmudisch inspirierten Vision „sehr nahe“.

Der Beitrag löst tiefe Spaltungen aus: In der muslimischen Welt verurteilten am 22. Februar 2026 eine Koalition aus 13 arabischen und muslimischen Staaten (darunter Saudi-Arabien, Ägypten, Türkei, Pakistan, Indonesien und die Palästinensische Autonomiebehörde) die Aussagen von Huckabee und Premierminister Netanjahu scharf. Unterstützt von Organisation für Islamische Zusammenarbeit, Arabischer Liga und Golf-Kooperationsrat warnen sie vor einer expansiven Politik, die 2,1 Milliarden Muslime betrifft.

In den USA spaltet die Debatte die Republikaner: Die MAGA-Basis ist geteilt zwischen antizionistischen Stimmen (Tucker Carlson, Steve Bannon, Candace Owens, Marjorie Taylor Greene) und pro-zionistischen Hardlinern (Mike Pompeo, Jared Kushner, Lindsey Graham). Ben Sales (Times of Israel) spricht von einem „Kampf um die Seele der Republikanischen Partei“. Der evangelikale Zionismus, vertreten durch Gruppen wie Christians United for Israel (CUFI), wird als treibende Kraft dargestellt, die eine Ausdehnung Israels über den Nahen Osten und Nordafrika anstrebt.