Indigene stoppen deutsch-schweizer Chemiewerk in Mexiko
Bevölkerung erzwingt Baustopp bei umstrittener Ammoniakfabrik

Indigene Gemeinden der Mayo-Yoreme haben sämtliche Zufahrtsstrassen zu einer im Bau stehenden Chemiefabrik im Norden Mexikos blockiert. Damit verhindern sie den Transport von Baumaschinen und den Zutritt von Personal zur Ammoniakfabrik in der Bucht von Ohuira, einem geschützten Feuchtgebiet an der Pazifikküste. 

Der erzwungene Baustopp stellt die jüngste Eskalation in einem langjährigen Konflikt dar. Das von einem schweizerisch-deutschen Konsortium geführte Projekt wird von der staatlichen deutschen Bank KfW-IPEX mit 860 Millionen Euro mitfinanziert. Die betroffenen Gemeinden wollen die Blockade aufrechterhalten, bis das mexikanische Umweltministerium die ökologischen und sozialen Schäden der letzten dreizehn Jahre geprüft hat. Umweltministerin Alicia Bárcena Ibarra versprach bei einem Dialog mit den Protestierenden, alle Umweltverträglichkeitsprüfungen zu überprüfen. Die Bewilligungen früherer Regierungen seien kein Blankoscheck. 

Tausende Demonstranten waren in einer Karawane gegen das Vorhaben unterwegs. Die Anwohner fürchten schwere Umweltschäden und den Verlust ihrer Lebensgrundlage als Fischer. Das Werk soll die grösste Ammoniakfabrik Lateinamerikas werden, die Produktion ist jedoch hauptsächlich für den Export in die USA vorgesehen.