Israel am Ende?
Das Land steht vor dem inneren Zerfall - und könnte den Westen mitreissen

Eine Kolumne in der israelischen Tageszeitung Haaretz vom 1. Mai zeichnet ein düsteres Bild: Unter Ministerpräsident Netanyahu sei die Gesellschaft zerrissen, die Armee zerfallen, Justiz und Medien geschwächt. Autorin Carolina Landsmann schreibt, das Land habe bereits sein Schicksal hinter sich. Es gebe kein Zurück mehr – nur noch die Frage, was nach dem Tod des Staates komme.

Israel diente dem westlichen Imperium jahrzehntelang als Brückenkopf im ressourcenreichen Nahen Osten, um regionale Mächte zu verhindern. Entstanden aus britischen strategischen Interessen (Balfour-Deklaration, Milner-Gruppe), sicherte es Chaos und westliche Kontrolle über Öl und Handelswege. Nun droht mit Irans Aufstieg und Israels Schwäche ein Kollaps, der Investitionen, Finanzströme und das westliche System in eine «Weimar-Phase» aus Stagflation und Kreditkrise stürzen könnte. 

Der geopolitische Wandel ist tiefgreifend. Ob eine «nationale Wiedergeburt» möglich ist, bleibt offen – doch die alten Strukturen scheinen unwiederbringlich verloren.