Libanon schafft als erster arabischer Staat die Todesstrafe ab
Historischer Entscheid im Parlament von Beirut

Das libanesische Parlament hat die Todesstrafe abgeschafft. Eine Mehrheit der 128 Abgeordneten stimmte dafür, dass Gerichte künftig keine Todesurteile mehr verhängen dürfen. Stattdessen droht Verurteilten lebenslange Haft mit Zwangsarbeit.

Seit 2004 gab es im Libanon bereits ein inoffizielles Moratorium: Hinrichtungen fanden nicht mehr statt, obwohl noch Todesurteile ausgesprochen wurden. Ende Januar 2026 sassen laut Amnesty International noch 85 Menschen im Todestrakt.

Justizminister Adel Nassar nannte den Entscheid einen «historischen Schritt» und «wegweisend für die Menschenrechte». Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk begrüsste die Entscheidung und rief andere Staaten der Region auf, dem Beispiel zu folgen. Auch die Europäische Union gratulierte.

Der Libanon ist damit das erste arabische Land, das die Todesstrafe aus dem Strafrecht streicht. Die Entscheidung gilt als Zeichen der neuen Regierung, die ohne Hisbollah-Mitglieder angetreten ist und Reformen zeigen will. Das Gesetz muss noch vom Präsidenten unterschrieben werden.