In Uruguay haben mehr als 85 Bienenzüchter ein schweres Bienensterben gemeldet. Über 15 000 Bienenstöcke sind betroffen, die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen. Untersuchungen einer Entomologin der Universität der Republik bestätigten eine Vergiftung durch chemische Produkte. In mindestens zwei Proben wurde der Wirkstoff Chlorantraniliprol nachgewiesen.
Jährlich verlieren die Bienenvölker rund 30 Prozent ihrer Population durch Stress, Pestizide und chemische Mittel. Im Jahr 2024 importierte Uruguay 31 Millionen Liter Herbizide, darunter Glyphosat und Paraquat. Viele in Uruguay zugelassene Pestizide sind in der Europäischen Union verboten.
Der Vorsitzende der Sociedad Apícola del Uruguay, Jimmy Fiorelli, sprach von einer «ökologischen Verschiebung von monströsem Ausmass». Bienenzüchter fordern die Rückkehr zur Meldepflicht für Sprühaktionen und die direkte Auszahlung der Einnahmen aus der Pestizidsteuer an die Imker. Experten plädieren für nächtliche Anwendung von Chemikalien und Sprühpausen während der Blütezeit, um die Bestäuber besser zu schützen.
Internationale Studien zeigen, dass agroökologische Praktiken die Pestizidbelastung um bis zu 73 Prozent senken könnten. Die Debatte über die Koexistenz von intensiver Landwirtschaft und Bienenzucht hat nun auch die Regierung erreicht.