«No-Fly»-Forscher setzt Arbeit fort
Reise über Land und Wasser von Bougainville nach Europa

Der Klimaforscher Dr. Gianluca Grimalda hat am 29. September 2026 eine weitere flugfreie «Low-Carbon»-Reise von Bougainville in Papua-Neuguinea nach Europa angetreten. Die Strecke führt durch 15 Länder und umfasst mehr als 23’000 Kilometer. Die Rückreise soll 70 bis 80 Tage dauern.

Grimalda war 2023 vom Kieler Institut für Weltwirtschaft entlassen worden, weil er sich weigerte, nach Europa zu fliegen. Er gilt als erster Angestellter, der seinen Arbeitsplatz aus Gewissensgründen gegen das Fliegen verlor. Seither legt er die Strecken zwischen Europa und Bougainville ausschliesslich mit Zug, Bus, Fähre und anderen Verkehrsmitteln zurück.

Während seines zehnmonatigen Aufenthalts in Bougainville untersuchte er die soziale und psychologische Anpassung an den Klimawandel in 25 Gemeinden. Diese sind unterschiedlich stark von Sturmfluten, Überschwemmungen, Dürren und Nahrungsmittelknappheit betroffen. Ziel der Forschung ist es, zu verstehen, wie Menschen auf kollektive Risiken reagieren – durch individuelle Absicherung, gemeinsame Eindämmung oder Untätigkeit.

Eine frühere Reise von Italien nach Bougainville über 23’200 Kilometer verursachte laut Grimalda rund 950 kg CO₂-Äquivalent. Ein Flug hätte etwa 5’600 kg ausgestossen. Die Kosten für die langsame Reise liegen bei rund 3’000 Euro, verglichen mit 1’065 Euro für einen Flug.

Grimalda betont die Verantwortung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, mit gutem Beispiel voranzugehen. Er ist bei Scientist Rebellion engagiert, einem Kollektiv, das mit gewaltfreiem zivilem Widerstand entschlossene Klimaschutzmassnahmen fordert. Fachkollegen bezeichnen sein Engagement als inspirierend und fordern eine drastische Reduktion des Flugverkehrs.