Die Suche nach sicherem Trinkwasser ist für einige hundert vertriebene Familien, die in Unterkunftslagern westlich von Gaza-Stadt leben, keine tägliche Reise mehr, bei der sie lange Strecken zu Fuss zurücklegen, schwere Wasserbehälter tragen und damit zu den Zelten zurückkehren müssen. Dank Ihrer Spenden konnten wir eine Wasserentsalzungs- und Aufbereitungsanlage errichten, die stündlich rund 600 Liter entsalztes und von Verunreinigungen gereinigtes Trinkwasser produziert.
Die Anlage, deren Gesamtkosten 12’000 Dollar betrugen, ist zu einer wichtigen Wasserquelle für mehr als 1’000 Menschen geworden – vor allem ältere Personen, Frauen und Kinder, die in den Unterkunftslagern westlich von Gaza-Stadt unter harten humanitären Bedingungen leben. Der Zugang zu sauberem Wasser war für die vertriebenen Familien zu einer schweren täglichen Aufgabe geworden.

Dieses Projekt wäre ohne die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser nicht Wirklichkeit geworden. Über die Spenden, die wir über unsere Kampagne hier erhalten haben, konnten wir 4’300 Dollar sammeln. Weitere Leserinnen und Leser, die unsere Arbeit über andere Medienkanäle in ostasiatischen Ländern verfolgen, steuerten zusätzlich 4’000 Dollar bei.
Insgesamt konnten wir so 8’300 Dollar der Gesamtkosten der Anlage sichern. Es bleiben noch 3’700 Dollar, die der Firma geschuldet sind, welche die Anlage gebaut und ausgerüstet hat.
Obwohl wir den vollen Betrag noch nicht zusammenhatten, habe ich mich entschieden, den Bau und den Betrieb der Anlage rasch voranzutreiben – wegen des dringenden Wasserbedarfs der Vertriebenen. Es war für mich nicht möglich, das Projekt aufzuschieben, während Hunderte von Familien täglich Schwierigkeiten hatten, sicheres Wasser zum Trinken und Kochen zu bekommen, besonders im Sommer und bei der zunehmenden Hitze.
Die Entscheidung war mit einem finanziellen Risiko verbunden. Unter den Umständen, in denen die Menschen hier leben, war sie jedoch eine humanitäre Notwendigkeit, bevor sie ein Dienstleistungsprojekt war.
Die Firma, die die Anlage gebaut hat, hat uns zwei Monate Zeit gegeben, um die ausstehenden 3’700 Dollar zu bezahlen. Deshalb ist die Spendenkampagne noch nicht beendet.
Wir brauchen erneut Ihre Hilfe, um den Restbetrag zu decken, um sicherzustellen, dass die Anlage weiter betrieben werden kann und Wasser für die Vertriebenen produziert, und zu verhindern, dass wir den offenen Betrag gegenüber der Firma nicht bezahlen können.
«Diese Anlage hat uns etwas Komfort und Würde zurückgebracht»
Zu den Menschen, die von der Anlage profitieren, gehört Mohasen Adam, eine Mutter von vier Kindern. Sie hat während des Krieges ihr Haus vollständig verloren und auch ihren Mann. Nun trägt sie allein die Verantwortung für ihre vier Kinder unter äusserst schwierigen Bedingungen der Vertreibung.
Während sie an der Entsalzungsanlage Wasserbehälter füllt, spricht Mohasen über den Unterschied, den der Zugang zu sauberem Wasser in der Nähe in ihrem Alltag gemacht hat: «Nachdem ich meinen Mann und mein Zuhause verloren habe, lag die Verantwortung für meine vier Kinder ganz auf meinen Schultern. Jeden Tag musste ich mindestens 400 Meter zu Fuss gehen, um Wasser zu suchen. Ich kam mit den Behältern zurück und versuchte, meine Erschöpfung zu verbergen, damit meine Kinder keine Angst bekamen. Diese Anlage hat uns etwas Komfort und Würde zurückgebracht. Wir müssen diese lange Strecke nicht mehr gehen, und ich kann meiner Familie sauberes Wasser leichter und sicherer zur Verfügung stellen. Ich bin sehr froh über diese Anlage, weil sie mir eine schwere Last abgenommen hat – in einer Zeit, in der wir ohnehin schon die Lasten des Krieges, der Vertreibung und des Verlusts unserer Angehörigen tragen.»
Mohasan Adam fügt hinzu, dass die Bedeutung der Anlage über die reine Wasserversorgung hinausgeht. Sie gibt den vertriebenen Familien auch ein Gefühl der Sicherheit bei der Deckung eines ihrer grundlegendsten täglichen Bedürfnisse: «Sauberes Wasser ist kein Luxus. Es ist eine grundlegende Notwendigkeit und eine Form des Schutzes für meine Kinder. Wenn sicheres Wasser ins Lager kommt, spüren wir, dass jemand unser Leiden sieht und an unserer Seite steht.»

Musa, 12 Jahre alt, trägt einen Wasserbehälter für seine Mutter
Eines Tages stand der 12-jährige Musa Eid in der Schlange an der Entsalzungsanlage, trug einen Wasserbehälter und wartete, bis er an der Reihe war. Das Wasser sollte er zu seiner Mutter nach Hause bringen, damit sie es zum Trinken und zum Zubereiten von Essen verwenden konnte.
Für Musa war sauberes Wasser vor der Errichtung der Anlage für seine Familie nichts Selbstverständliches. Er erzählt, dass die Familie auf Brunnenwasser angewiesen war und dass er davon häufig gesundheitliche Probleme bekam.
«Ich habe früher Wasser aus den Brunnen geholt, und nachdem ich es getrunken hatte, wurde ich oft krank und litt an Darminfektionen. Jetzt fühle ich mich erleichtert, weil diese Anlage uns sauberes Wasser gibt, das wir trinken und zum Kochen verwenden können, ohne Angst zu haben, krank zu werden. Ich bin heute gekommen, um den Behälter für meine Mutter zu füllen, und ich weiss, dass das Wasser, das ich nach Hause bringe, besser für uns ist.»
Die Anlage hat sein Leben und das seiner Familie erleichtert. «Wir müssen kein Wasser mehr verwenden, das uns krank macht. Ich hoffe, dass das Wasser immer verfügbar bleibt, weil meine Mutter und meine Geschwister es jeden Tag brauchen.»
Diese Worte erfassen den Grund, warum wir das Projekt umsetzen wollten, bevor die volle Finanzierung gesichert war. An einem Ort, an dem mehr als tausend Menschen leben, kann die Wasseranlage nicht einfach als Infrastrukturprojekt betrachtet werden. Für Kinder bedeutet sie, Wasser trinken zu können, ohne Angst zu haben. Für Mütter bedeutet sie, ihrer Familie sicheres Wasser zur Verfügung stellen zu können. Für ältere Menschen bedeutet sie, die schwierige Strecke zu verkürzen, die sie früher zurücklegen mussten, um einen Behälter Wasser zu holen.
Ein Schritt bleibt noch – und wir brauchen Sie
Wir sind dank Ihrer Spenden schon weit gekommen. 4’300 Dollar kamen von unseren Leserinnen und Lesern hier, weitere 4’000 Dollar von Leserinnen und Lesern, die unsere Arbeit über Medienkanäle in ostasiatischen Ländern verfolgen. Diese Beiträge – unabhängig von ihrer Höhe – sind in etwas Konkretes vor Ort umgewandelt worden: eine Anlage, die heute in Betrieb ist, stündlich rund 600 Liter entsalztes und gereinigtes Wasser produziert und mehr als 1’000 Menschen zugutekommt.
Doch die vollen Kosten des Projekts sind noch nicht bezahlt.
Wir schulden der Firma, die die Anlage gebaut hat, noch 3’700 Dollar und haben uns verpflichtet, den Betrag innerhalb von zwei Monaten zu begleichen. Deshalb haben wir beschlossen, die Spendenkampagne fortzusetzen, bis wir die gesamten Kosten decken und sicherstellen können, dass die Anlage den Vertriebenen weiterhin dient.
Ich möchte allen Spenderinnen und Spendern, die zu diesem Projekt beigetragen und dazu geholfen haben, dass die Wasserentsalzungsanlage Wirklichkeit wurde, meinen tiefsten Dank aussprechen. Besonders danken möchte ich Herrn Falk Stephan, der grosszügig 500 Dollar in einer einzigen Spende für die Errichtung der Wasserentsalzungsanlage gegeben hat. Herr Stephan hatte zuvor bereits 1’000 Dollar für andere Hilfsprojekte gespendet, die Vertriebenen westlich von Gaza-Stadt zugutekommen.
Wenn Sie eine Spende in Betracht ziehen, kann Ihre Unterstützung jetzt dazu beitragen, dieses Projekt abzuschliessen.

Jeder Beitrag – egal wie gross oder klein – bringt uns dem Begleichen des Restbetrags näher und hilft, eine Wasserquelle zu erhalten, die mehr als tausend Menschen jeden Tag brauchen. Sie können über den folgenden Spendenlink beitragen:
https://donate.stripe.com/14A7sK3V1atVeWM62M0RG08
Vielen Dank an alle, die uns vertraut haben, an alle, die gespendet haben, und an alle, die geholfen haben, diese Kampagne weiterzuverbreiten.