Das amerikanisch-jüdische Establishment steckt in der Klemme. Eigene Umfragen zeigen, dass sich junge Amerikaner – auch junge Juden – von Israel abwenden. Nur noch 37 Prozent der US-Juden bezeichnen sich als Zionisten. In Boston sehen sich sogar 38 Prozent der 18- bis 29-Jährigen als Antizionisten. Trotzdem entliess die Jewish Federations of North America den Strategen Matt Berger, weil er empfahl, den Begriff «Zionismus» bei der Ansprache junger Leute zu meiden.
Viele verbinden «Zionismus» inzwischen mit der aktuellen israelischen Regierung oder mit einem engen Nationalismus. Gleichzeitig halten 88 Prozent am Recht Israels fest, als jüdischer und demokratischer Staat zu existieren. Die Führungskräfte wollen von einer Anpassung der Sprache aber nichts wissen. Wer bleibt, sind oft kompromisslose Unterstützer. So verliert die organisierte Gemeinschaft kritische Stimmen und damit an Einfluss nach aussen.