Bevölkerung Europas lehnt Patente auf Saatgut klar ab
Umfrage zeigt 80 Prozent Nein zu Patenten auf Lebewesen

Eine repräsentative Umfrage in fünf EU-Staaten hat ergeben, dass rund 80 Prozent der Befragten Patente auf Lebewesen wie Pflanzen oder Tiere ablehnen. Mehr als 70 Prozent sprechen sich zudem gegen Patente auf natürlich vorkommende Gene aus. Die höchste Ablehnung zeigen Polen und Deutschland, gefolgt von Frankreich und Italien. Die Umfrage des Instituts Civey wurde am 14. April 2026 von der internationalen Koalition «Keine Patente auf Saatgut!» veröffentlicht.

Über 90 Prozent der Teilnehmenden betonen, dass Vielfalt in der Pflanzenzüchtung und Lebensmittelproduktion entscheidend sei. Bei gentechnisch veränderten Pflanzen müsse der Umweltschutz Vorrang haben. Die Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der das EU-Parlament und der Ministerrat über ein neues Gesetz zu Pflanzen aus neuer Gentechnik (NGT) beraten, das Patente erleichtern und Risikoprüfungen umgehen könnte.

Die Koalition fordert die EU auf, Patente auf Saatgut wirksam zu verbieten. Nout van der Vaart von Oxfam Novib erklärte, die Öffentlichkeit sehe Patente auf natürliche Gene kritisch und erwarte besondere Schutzmassnahmen für Mensch und Umwelt. Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnte vor Marktkonzentration bei grossen Saatgutkonzernen, die die Vielfalt blockiere und die Landwirtschaft abhängig mache. Martha Mertens vom Bund Naturschutz verlangte, den Vorschlag zu korrigieren oder vollständig abzulehnen.