Bundesamt für Justiz sieht Verstoss gegen Gewässerschutzgesetz
Herr Bundesrat Rösti: Sorgen Sie für eine Landwirtschaft, die lernt, unsere Lebensmittel ohne hochgiftige Pestizide zu produzieren. Das ist alternativlos für unsere Gesundheit und Ernährungssicherheit – nicht Pestizide!
...

Hinter verschlossenen Türen entscheiden Landwirtschaftsvertreter und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) über den weiteren Einsatz hochgiftiger Pestizide und deren Grenzwerte. Das BAFU gewichtet bei der Festlegung von Grenzwerten im Gewässerschutz landwirtschaftspolitische Argumente höher als wissenschaftliche. Das Bundesamt für Justiz stuft das Vorgehen jetzt als rechtswidrig ein. 

«Beim Festlegen von Grenzwerten dürften landwirtschaftspolitische Argumente keine Rolle spielen, allein wie schädlich der Stoff sei, sei entscheidend», wird das Bundesamt für Justiz in der SRF Rundschau zitiert. Es geht um die Gesundheit der Bevölkerung, der Böden und sauberes Trinkwasser!

Es ist perfide, irreführend und verantwortungslos, den Einsatz von Pestiziden als alternativlos für unsere Ernährungssicherheit zu bezeichnen. 
Das Gegenteil ist der Fall. Die biologische Vielfalt und die Fruchtbarkeit des Bodens werden durch eine von Pestiziden abhängige Lebensmittelproduktion zerstört. Dies gefährdet die Produktionssicherheit der Landwirtschaft, führt zu Ernteverlusten und dadurch zu einem immer tieferen Selbstversorgungsgrad.

Mehr Ertrag – ohne Gift
Unsere Bäuerinnen und Bauern dürfen nicht länger von giftigen und umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestiziden abhängig gemacht werden. Sie müssen auf nachhaltige Anbausysteme umgeschult werden wie Mischkulturen, Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft. Diese erhöhen die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität, steigern so die Erträge und ersetzen Pestizide mit natürlichem Pflanzenschutz. Das sorgt auch für sauberes Trinkwasser. Die Agrarpolitik verhindert seit Jahrzehnten gezielt die Förderung solcher nachhaltigen Anbausysteme und setzt unsere Steuergelder für eine von Pestiziden abhängige Lebensmittelproduktion ein.

Es reicht – Aufsichtsbeschwerde eingereicht!

Der Trägerverein unserer Initiative «Für eine sichere Ernährung» hat letzte Woche eine Aufsichtsbeschwerde gegen das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung eingereicht. Er verlangt unter anderem für die Ernährungssicherheit der Schweizer Bevölkerung den Vollzug des Bodenschutzes und des Gewässerschutzes. Hier unser Newsletter dazu, wir halten Sie über die Beschwerde auf dem Laufenden.


Wie geht es jetzt weiter mit unserer Initiative «Für eine sichere Ernährung»?

Unsere Initiative kommt im März in den Ständerat. Die Abstimmung wird voraussichtlich im September 2026 stattfinden. Sie schafft mit ihren Zielen und Fristen, die dringend benötigte Verbindlichkeit für die Absicherung der Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung.

Mit unserer Initiative haben wir es in der Hand, diese Missstände einer verfehlten Agrarpolitik zu beenden. Die Initiative verlangt dafür:

  • Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und den dafür erforderlichen Grundwasserressourcen
    Es fehlt eine nationale Strategie für die Wasserversorgung und den Vollzug des Gewässerschutzes. Übernutzung, Klimawandel sowie die Schliessung von Trinkwasserfassungen aufgrund von umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestizid- und Nitratrückständengefährden die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. 
     
  • Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit und der Biodiversitätstatt Pestizide
    Mit einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion in Anbausystemen wie Agroforstwirtschaft, Mischkulturen, regenerativen Landwirtschaftkann die Biodiversität und die Bodenfruchtbarkeit gefördert werden. Dadurch werden Pestizide durch einen natürlichen Pflanzenschutz ersetzt und zugleich die Erträge gesteigert. 
     
  • Einhaltung der Höchstwerte für Dünger
    Die Höchstwerte sind zum Schutz von Klima, Böden, Trinkwasser und Biodiversität seit 2008 in den Umweltzielen der Landwirtschaft festgelegt. Sie werden insbesondere durch eine von 1,3 Millionen Tonnen Importfutter erhöhte Tierproduktion massiv überschritten – beim giftigen stickstoffhaltigen Gas Ammoniak um 70%.
     
  • Ernährungssicherheit durch das Anstreben einer Selbstversorgung von 70 % mittels der Förderung pflanzlicher Lebensmittel und der Reduzierung von Food Waste. Heute fördern 75% der jährlichen rund 3,6 Milliarden Agrarsubventionen die Tierproduktion, und 30% von unserem Essen landet im Food Waste.


Bitte unterstützen Sie die Kampagnenarbeit für die Initiative! Mit Ihrem Engagement ermöglichen Sie eine schlagkräftige Kampagne, vielen Dank!

  • Mit einer Spende
  • Treten Sie dem Verein «Sauberes Wasser für alle» bei
  • Teilen Sie unsere Beiträge auf Facebook, Instagram, X
  • Bestellen Sie Flyer zum Verteilen
  • Abonnieren Sie unseren WhatsApp Kanal
  • Newsletter abonnieren - Haben Sie Freundinnen und Freunde oder Bekannte, die sich dafür interessieren könnten?

Newsletter bestellen