Was bei der Zuger Partners Group geschieht, ist weit mehr als ein Betriebsunfall. Weil immer mehr Anleger ihr Geld zurückforderten, griff das Unternehmen zu einer aussergewöhnlichen Notmassnahme: Investoren können aus einem zentralen Fonds künftig pro Quartal nur noch maximal fünf Prozent ihres Kapitals abziehen. Wer sein Geld zurück will, muss warten.
Solche Schranken werden erst errichtet, wenn die Gefahr eines Ansturms auf die Kasse real wird. Entsprechend heftig fiel die Reaktion der Börse aus. Die Aktie verlor an einem Tag 18 Prozent ihres Werts.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein viel grösseres Problem. Nach der Finanzkrise von 2008 wurden die Banken strenger reguliert. Das billige Geld der Notenbanken floss jedoch nicht weniger, sondern zunehmend in die Schattenfinanzindustrie: Private Equity, Private Credit und andere kaum regulierte Anlageformen. Dort entstanden in den letzten Jahren riesige Vermögen – oft auf der Grundlage optimistischer Bewertungen und billiger Kredite.
Nun geraten diese Modelle unter Druck. Steigende Zinsen, schwächere Konjunktur und Zweifel an den Unternehmensbewertungen lassen Investoren nervös werden. Partners Group ist deshalb möglicherweise nicht die Ursache des Problems, sondern nur dessen sichtbarstes Symptom.
Wie 2008 bei den Hypothekenpapieren könnte sich zeigen, dass sich enorme Risiken über Jahre im Verborgenen aufgebaut haben. Die Beschränkung der Kapitalrückzahlungen bei Partners Group ist deshalb möglicherweise nur die Spitze eines Eisbergs, dessen wahre Grösse noch niemand kennt.