Ernährung und sauberes Trinkwasser sichern
Die Debatten im Parlament zeigen, wohin die Agrarpolitik führt, die wir mit 3,6 Milliarden Franken jährlich subventionieren: weniger Gewässerschutz, mehr giftige Pestizide, Überproduktion von Milch und Fleisch. Also immer weiter weg von einer sicheren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser.
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Aufgrund der Topografie sind zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Wiesen, Weiden- und Sömmerungsflächen. Dadurch ist die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion in der Schweiz stark verankert. Bild: zVg

Die Schlagzeilen dazu sind erdrückend: 

  • «30'000 Schweine müssen in der Schweiz entsorgt werden.» «Jede Woche liefern Schweizer Bauern 4000 Schweine zu viel – nun sollen sie fürs Aufhören bezahlt werden»
  • «Schweizer Bauern vernichten LKWs voll Milch
  • Das Departement Rösti will keinen Grenzwert für ein hochgiftiges Insektizid. Die Zulassung von Pestiziden soll an die EU angeglichen werden.

Durch die Vernachlässigung der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln liegt die Selbstversorgung der Schweiz nur noch bei 42% netto. Unsere Landwirtschaft ist nicht darauf vorbereitet, die Bevölkerung in Krisen- und Mangellagen aus eigenem Boden zu ernähren, wie es der Art. 102 BV Landesversorgung verlangt. Dafür sind per Gesetz genügend Ackerflächen gesichert. Diese müssen innert einem Jahr Ertrag abwerfen, um die Bevölkerung ernähren zu können. (Sachplan Fruchtfolgeflächen, Art. 29 und 30 RPV).

Bundesrat Parmelin sagte an der Medienkonferenz zur AP30+ zu seiner Agrarpolitik: «In der Schweiz vergisst man, dass wir bei einem Problem an den Grenzen jeden zweiten Tag nichts zu essen haben, weil wir importieren.» 

Die Bevölkerung wird aufgerufen, einen Notvorrat anzulegen, während Bundesrat und Parlament ihre Verantwortung ignorieren, die Landwirtschaft so auszurichten, dass sie die Ernährung der Schweizer Bevölkerung bei Importausfällen aus eigenem Boden sicherstellen kann. Der Trägerverein der Initiative «Für eine sichere Ernährung» hat deshalb eine Aufsichtsbeschwerde gegen das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung eingereicht; hier finden Sie mehr Informationen dazu.

Keine abgesicherte Wasserversorgung

In der Schweiz verknappt und verschlechtert sich durch den Klimawandel die Verfügbarkeit von Wasser für die Trinkwasserversorgung und die Produktion von Lebensmitteln. Schwer wiegt zudem der Verlust von Trinkwasser durch den jahrzehntelang vernachlässigten Grundwasserschutz. Er führt zur Schliessung von Trinkwasserfassungen wegen gesundheits- und umweltschädlichen Pestizid- und Nitratrückständen. Bereits 2014 forderten die Wissenschafter des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Wassernutzung» eine nationale Wasserstrategie, um die Wasserversorgung der Schweiz im Klimawandel sicherzustellen. Dazu gehört auch die Umsetzung des Gewässerschutzes. Beides fehlt bis heute.

Ernährungssicherheit und Trinkwassersicherheit sind existenziell, in Normal- wie in Krisenzeiten

Die Initiative bringt zur Umsetzung, was bis heute keine Agrarreform bewirkt hat. Ihre Forderungen, einen Netto-Selbstversorgungsgrad von 70% anzustreben, die Produktion und den Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln zu fördern, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und sauberes Trinkwasser sicherzustellen und dafür auch die Höchstwerte für Dünger einzuhalten, sind für die nationale Sicherheit und den Wohlstand unseres Landes von zentraler Bedeutung. Sollten globale Krisen zu Importausfällen und Mangellagen führen, ist die Schweiz durch die Initiative erstmals darauf vorbereitet und unsere Wasserversorgung durch eine nationale Planung und den Vollzug des Gewässerschutzes abgesichert. Subventionen, Bildung, Forschung und Grenzschutz müssen dementsprechend neu ausgerichtet werden und dürfen die Ernährungssicherheit nicht weiter verhindern.


Die Initiative «Für eine sichere Ernährung» kommt am 27. September 2026 zur Abstimmung.
 

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