Ein Beitrag von World Beyond War erhebt einen scharfen Vorwurf gegen europäische Regierungen: Sie sprächen von Selbstachtung, Demokratie und Widerstand gegen Donald Trump, während Europa flächendeckend mit US-Militärbasen überzogen sei.
Diese „imperiale Basislandschaft“ zeige, wie begrenzt die tatsächliche Souveränität Europas sei. Teile des eigenen Territoriums entzogen sich staatlicher Kontrolle, nationale Gesetze gälten dort nur eingeschränkt, Umweltbelastungen und militärische Risiken würden hingenommen, ohne dass die Bevölkerung je gefragt worden sei.
Der Autor kritisiert insbesondere, dass keine europäische Regierung ihre Bürger jemals über die Errichtung oder den Verbleib US-amerikanischer Militärbasen abstimmen liess. Stattdessen ermöglichten europäische Staaten geheime Operationen, nukleare Stationierungen und militärische Einsätze von ihrem Boden aus – auch für Kriege fernab Europas.
Die Behauptung, diese Präsenz diene dem Schutz Europas, weist der Autor zurück: Die Basen dienten vor allem der Kontrolle Europas durch die USA und machten die Gastgeberländer zugleich zu militärischen Zielscheiben.
Anhand von Beispielen aus Deutschland, Irland, Italien und Grossbritannien beschreibt der Autor anhaltende Proteste gegen US-Basen, die von Regierungen regelmässig ignoriert würden.
Besonders Deutschland wird als Zentrum der US-Militärpräsenz in Europa dargestellt – mit erheblichen politischen und sicherheitspolitischen Folgen. NATO-Rhetorik erscheine dabei als Selbsttäuschung: Das Bündnis fungiere weniger als Schutzinstrument, sondern als Mechanismus zur Durchsetzung US-amerikanischer Interessen.
Der Text wirft Europa vor, immense öffentliche Mittel in Aufrüstung und Militärindustrie zu lenken, statt rechtliche Standards, zivile Alternativen und friedliche Nutzung ehemaliger Militärstandorte zu fördern. Abschliessend fordert der Autor ein Umdenken: Echte Selbstachtung beginne mit der Beendigung ausländischer Militärpräsenz – alles andere sei politische Heuchelei.