Eine wachsende Gartenbewegung setzt sich bewusst gegen die übliche Ordnungsliebe in heimischen Gärten ein. Unter dem Namen Hortus (lateinisch für Garten) schaffen Privatleute seit 2007 bewusst naturnahe Oasen, die seltenen Pflanzen und Tieren einen Rückzugsort bieten. Die Idee hat sich von Deutschland aus rasch in Österreich und in die Schweiz ausgebreitet.
Statt fruchtbarer Böden und ständiger Pflege setzen die Anhänger auf magere Substrate wie Sand oder Schotter. Gerade auf nährstoffarmen Flächen entsteht hohe Artenvielfalt, weil sich spezialisierte Arten durchsetzen. Weitere wichtige Elemente sind Feuchtbiotope, die Libellen, Frösche und andere Tiere anziehen, sowie Totholz, das Käfern, Pilzen und Kleinstlebewesen dient.
Die Gärten wirken wie kleine Archen gegen das Artensterben. Sie brauchen Geduld und Beobachtung, verzichten aber auf Perfektion. Das Hortus-Netzwerk verbindet die Anhänger und zeigt auf einer Karte bestehende Projekte. Viele Gärtner berichten, wie schnell sich seltene Insekten einfinden, wenn die Bedingungen stimmen.