Abelardo de la Espriella ist als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. Der ultrarechte Politik-Neuling legte den Amtseid ungewöhnlicherweise in Cali ab und nicht in der Hauptstadt Bogotá. Kurz darauf sprach er vor Militärangehörigen und kündigte die «Wiederherstellung von Ordnung, Autorität und Freiheit» an.
Der 48-jährige Anwalt, der sich selbst «Tiger» nennt, will hart gegen Drogenkartelle und bewaffnete Gruppen vorgehen. Er plant unter anderem Luftangriffe und den Bau von Mega-Gefängnissen. Unterstützt wurde er im Wahlkampf von US-Präsident Trump.
Die Stimmung im Land ist angespannt. Schon vor dem Amtsantritt hatte de la Espriella mit harten Ankündigungen und über 100 Dekreten für Unruhe gesorgt. Einen Tag nach der Vereidigung erschütterten Bombenanschläge das Land. Die Opposition und Menschenrechtsgruppen warnen vor einer Konfrontation und einer Einschränkung von Freiheiten. Der Friedens- und Versöhnungsprozess, den Amtsvorgänge Gustavo Petro in mühsamer Arbeit begonnen hatte, ist zerstört, jedenfalls für den Moment.