Chinas «Grosse Grüne Mauer»: 100 Milliarden Bäume gegen die Wüste
Weltgrösstes Aufforstungsprojekt stoppt Wüstenbildung und verbessert Klima

China setzt mit dem «Three-North Shelterbelt Program» ein gewaltiges Zeichen im Kampf gegen die Wüstenbildung. Seit 1978 pflanzt das Land entlang eines 4500 Kilometer langen Grüngürtels in Nordchina Bäume, um die Ausbreitung der Wüsten Gobi und Taklamakan einzudämmen. Bis 2050 sollen insgesamt 100 Milliarden Bäume gepflanzt werden. Das Projekt erstreckt sich über 13 Provinzen und eine Fläche von der Grösse Deutschlands. 

Die «Grosse Grüne Mauer» soll Bodenerosion reduzieren, Sandstürme mindern, Dürren abfedern und landwirtschaftliche Flächen schützen. Zwischenergebnisse sind vielversprechend: Die Waldbedeckung im Projektgebiet hat sich von 5,05 auf fast 15 Prozent verdreifacht. Die von Erosion betroffenen Gebiete sind um zwei Drittel zurückgegangen, die Luftqualität – auch in Peking – hat sich verbessert. Der nationale Waldbedeckungsgrad Chinas stieg seit 1949 von 10 auf über 25 Prozent. 

Bäume binden CO₂, filtern Feinstaub, stabilisieren Böden und fördern die Artenvielfalt. In den betroffenen Regionen steigt die Bodenfeuchtigkeit. Millionen Menschen profitieren von höherer Produktivität und besseren Lebensbedingungen. Trotz anfänglicher Herausforderungen wie geringer Überlebensraten bei falsch gewählten Baumarten und erhöhten Allergierisiken schreitet das Projekt voran. Es dient als Vorbild für die «Great Green Wall» in Afrika, ein ähnliches Vorhaben der Afrikanischen Union gegen die Desertifikation in der Sahelzone. Während die Wüsten weltweit zunehmen, zeigt China, dass massive Aufforstung ein wirksames Mittel gegen Klimawandel und Landdegradation sein kann.