Der Erzieher aus dem Kindergarten geht nach einem Schlaganfall am Stock. Die eigene Mutter hat sich nach dem zweiten Schlaganfall wieder erholt, muss nun aber lebenslänglich Blutverdünner schlucken. Die Tante und die Cousine hatten mit einer Gürtelrose zu kämpfen. Der Fleischer bekam erst eine Gürtelrose und kippte dann im Flur einfach um. Im Dorf sind drei Bewohner mittleren Alters ganz plötzlich verstorben. Der Nachbar hat die Chemotherapie nach der Krebserkrankung nicht überstanden. Das Herz des Geigenlehrers stand nach nur 35 Jahren plötzlich still. Seine Schüler haben ihm im Treppenhaus der Musikschule eine Gedenktafel aufgestellt.
Beinahe jeder kennt ähnliche Fälle. Die Sterberate zeigte ihren Höhepunkt im Jahr 2022 und ist seitdem wieder leicht rückläufig. Doch bleibt das Gefühl, dass da etwas war, was dieses leise Sterben verursacht haben könnte. Ein breites Schweigen liegt darüber, liegt über den Erkrankten und Verstorbenen. Fast niemand wagt es, etwas zu sagen, jemanden zu beschuldigen oder anzuklagen.
Ob es an der mRNA lag, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Es fehlen die Daten, die Beweise. Die Nebenwirkungen sind vielfältig, diffus und kaum untersucht. Und wenn es so wäre, wenn der Schlaganfall von der mRNA-Injektion verursacht wurde, wie soll ich mir das eingestehen? Wie kann ich mir selbst die Schuld geben, ohne mein Selbstwertgefühl zu verletzen? Ich habe mich doch freiwillig für die Impfung entschieden.
Aber habe ich das wirklich? Bin ich wirklich allein schuld, wenn ich selbst oder meine Angehörigen und Freunde in Folge erkrankten oder verstarben? Hätte ich mich denn anders verhalten können? Mich verweigern, dem enormen Druck standhalten, mit den Spaziergängern mitlaufen?
Vielleicht haben viele Menschen diese oder ähnliche Gedanken, die sie nachdenklich und schweigend machen. Sie hatten Angst und wollten sich und andere schützen. Sie wollten das vermeintlich Gute. Doch war dieses Gute nicht das Gute, sondern es war lediglich ein Mittel gegen die eigene Angst.
Etwas gegen die eigene Angst zu tun, ist niemandem vorzuwerfen. Selbst wenn es irrational ist. Denn in der Angst ist es uns nicht möglich, vernünftig zu handeln. Wir können nicht gleichzeitig ängstlich und rational sein. Unsere Hirnstruktur gibt das nicht her.
Deshalb ist das aus der Angst resultierende Verhalten, das Denunzieren, Diffamieren, das Ausgrenzen und Beschimpfen Andersdenkender oder der allzu leichte Glaube an die Rettung durch ein plötzlich herbeigezaubertes Pharmakon nicht weniger schlimm. Aber es ist begründ- und erklärbar. Die psychologischen Ursachen sind bekannt.
Jeder Mensch muss sein Handeln vor sich selbst rechtfertigen. Er muss mit seinem Ich in Kontakt treten, nachdenken, hinterfragen und entsprechend seinen individuellen Werten Entscheidungen treffen. Das nimmt ihm niemand ab. Er darf sich nicht auf äußere Stimmen berufen. Er darf nicht einfach gehorchen. Denn dann wäre er unmündig.
Doch unter einer politisch-medial mit allen Mitteln der Massenpsychologie verbreiteten Furcht vor dem Tod durch ein Corona-Virus trübt sich seine Vernunft und es entsteht das von Immanuel Kant beschriebene Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Dann greift der Mensch nach jedem noch so brüchigen Strohhalm, sucht eine Gruppe von vermeintlich Schuldigen und glaubt an eilig propagierte Heilsversprechungen.
Deshalb liegt die Schuld nicht in erster Linie bei denjenigen, die in ihrer Todesangst möglicherweise falsch gehandelt, sondern bei denjenigen, die die Angst hervorgerufen haben. Das Schweigen, das auf der Suche der Schuld allein bei sich selbst gründet, ist demzufolge unbegründet und falsch. Die verängstigten Menschen sind nicht allein und selbst schuld.
Es gab jedoch Menschen, die vorsätzlich die konkrete Angst geschürt und genährt haben, die selbst keine Angst hatten, sondern die Angst der anderen nutzten. Diese Menschen haben die leise sterbenden Opfer verursacht und zu verantworten. Sie haben sie für Ihren persönlichen Profit in Kauf genommen.
Die mRNA-Injektionen sind bis heute auf dem Markt, und die Täter hängen sich für ihre Taten gegenseitig Orden um. Der Aufschrei bleibt aus. Und genau an dieser Stelle wird der Mensch schuldig. Denn er verharrt trotz besseren Wissens im Zustand des Schweigens, statt aktiv zu werden. Er lässt die Täter gewähren. Er verschließt die Augen und dreht sich das eigene Handeln zurecht. Es war doch alles richtig so.
Dieses Nichthandeln und das eigene Gewissen betrügende Rationalisieren des in der früheren Angst irrationalen Verhaltens ist die Kant’sche selbstverschuldete Unmündigkeit. Nicht das irrationale Handeln unter Todesangst ist verwerflich, sondern das Verharren im alten Muster und das Nichthandeln nach der Überwindung der Angst.
Heute ist klar, dass Politik und Medien für eine angstfreie Debatte hätten sorgen müssen. Ihr Fehlverhalten haben sie bis heute nicht eingeräumt. Die Wirkung der Corona-mRNA ist längst falsifiziert, sie wird trotzdem weiter angeboten. Zerbrochene Freundschaften bleiben zerbrochen, Todesursachen ungeklärt. Das ist die Realität, die die Realität nicht sehen will. Das ist die Passivität, die dringend von einer klärenden Aktivität abgelöst werden muss.