Der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg der Bundeswehr rechnet in einem bewaffneten Konflikt mit mehreren tausend russischen Kriegsgefangenen. Diese sollen zunächst in Deutschland festgehalten und später auf verschiedene Länder in Europa verteilt werden. Dies erklärte Kapitän zur See Kurt Leonards an einer Veranstaltung der Reederei Hapag-Lloyd.
Zudem schilderte er Szenarien eines möglichen russischen Vormarschs ins Baltikum. Bei Anzeichen einer Bedrohung würde der Bündnisfall ausgerufen. Dann müssten rasch bis zu 800 000 alliierte Soldatinnen und Soldaten sowie 200 000 Fahrzeuge innerhalb von sechs Monaten durch Deutschland verlegt und versorgt werden. Eine entsprechende Übung ist für September geplant. Leonards betonte, Deutschland befinde sich rechtlich nicht im Krieg, faktisch aber auch nicht mehr im Frieden.