Deutschland weist 2026 laut einer Analyse von Forvis Mazars die höchste Abgabenlast auf Arbeitseinkommen in Europa auf. Der sogenannte Steuerkeil – also der Anteil von Steuern und Sozialbeiträgen an den gesamten Arbeitskosten – liegt bei einem durchschnittlichen privaten Gehalt bei 48 Prozent. Der regionale Durchschnitt beträgt 37 Prozent, der OECD-Schnitt rund 35 Prozent.
Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer mit 4’784 Euro Bruttolohn kostet den Arbeitgeber insgesamt 5’795 Euro. Nach Einkommensteuer und Sozialabgaben bleiben netto 3’023 Euro. Besonders stark ins Gewicht fallen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Trotz hoher Nominallöhne relativiert sich die Kaufkraft durch das hohe Preisniveau.
Auch Unternehmen tragen eine hohe Belastung: Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ergeben im Schnitt rund 30 Prozent.
Ab 2028 soll die Körperschaftsteuer chrittweise von 15 auf 10 Prozent sinken. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Belastung der Arbeitseinkommen unangetastet bleibt. Damit drohen sinkende Wettbewerbsfähigkeit, schwächere Binnennachfrage und Probleme bei der Gewinnung von Fachkräften.