Die US-Regierung von Präsident Donald Trump soll den ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu einer Kandidatur für das Amt des UNO-Generalsekretärs ermutigt haben. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnten auch Russland und China den Vorschlag unterstützen. Eine endgültige Entscheidung liegt demnach noch nicht vor. Orbán verlor im April 2026 nach langjähriger Regierungszeit die Parlamentswahl in Ungarn. Die Amtszeit des derzeitigen Generalsekretärs António Guterres endet am 31. Dezember 2026.
Eine Wahl Orbáns wäre politisch – gelinde gesagt – umstritten. Kritiker verweisen auf seine Konflikte mit der EU, seine Nähe zu Moskau und seine Haltung zum Krieg in der Ukraine. Zudem gilt Lateinamerika und der Karibik bei der Nachfolge traditionell besondere Aufmerksamkeit. Für die Ernennung braucht ein Kandidat mindestens neun Stimmen im 15-köpfigen UNO-Sicherheitsrat. Keines der fünf ständigen Mitglieder – USA, Russland, China, Frankreich und Grossbritannien – darf ein Veto einlegen. Damit könnten Paris oder London eine Kandidatur blockieren. Ob Orbán tatsächlich antreten wird und ob sich genügend Staaten hinter ihn stellen, ist bislang offen.