Neue Auswertungen der Epstein-Files werfen ein grelles Licht auf die Beziehungen zwischen dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak und der Schweizer Privatbank Julius Bär.
Barak taucht in den Epstein-Akten über 4.000 Mal auf (Clinton nur 1200) und führte laut Gesprächsprotokollen detaillierte Gespräche mit Epstein über seine Tätigkeit für eine Schweizer Bank, die sich später eindeutig als Julius Bär identifizieren liess. Inzwischen ist bestätigt, dass Barak bis 2019 für die Bank arbeitete.
Die Protokolle zeigen, wie Epstein Barak gezielt zu möglichen US-Ermittlungen gegen Schweizer Banken befragte und detaillierte Kenntnisse über den amerikanischen Steuerstreit besass. Epstein erklärte, dass praktisch jede Bank mit früheren US-Kunden unter Untersuchung stehe – eine Einschätzung, die sich als zutreffend erwies.
Recherchen der Financial Times belegen zudem Epsteins Rolle als diskreter Vermittler zwischen Schweizer Banken und dem US-Justizministerium, unter anderem beim millionenschweren Vergleich der Bank Edmond de Rothschild.
Besonders brisant: Epstein nutzte sein Insiderwissen und sein Netzwerk offenbar systematisch, um sich Bankchefs anzunähern. 2017 traf er sich in Zürich mit Julius-Bär-CEO Boris Collardi und dessen Finanzchef. Es folgten vertrauliche Kontakte und Austausch sensibler Informationen.
Die Enthüllungen zeichnen das Bild eines Mannes, der weit über seine kriminellen Taten hinaus als Strippenzieher im Hintergrund eines zentralen Kapitels der Schweizer Finanzgeschichte agierte.