Israel zieht rote Linie: Alleingang gegen Iran rückt näher

Jerusalem warnt Washington vor einem eigenständigen Militärschlag, falls Teherans Raketenprogramm eine existenzielle Schwelle überschreitet


Israel hat die USA unmissverständlich gewarnt, im Fall einer weiteren Eskalation des iranischen Raketenprogramms auch ohne amerikanische Unterstützung militärisch zu handeln.

Wie die Jerusalem Post berichtet, informierten israelische Verteidigungsvertreter ihre US-Kollegen darüber, dass Irans ballistische Raketen eine existenzielle Bedrohung darstellten. Sollte Teheran eine von Israel definierte „rote Linie“ überschreiten, behalte sich Jerusalem einen Alleingang vor.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden Washington in den vergangenen Wochen konkrete operative Konzepte präsentiert, um Irans Raketenfähigkeiten und Produktionsstätten gezielt zu schwächen.

Zwar sei die kritische Schwelle noch nicht erreicht, doch Israel beobachte die Entwicklungen im Iran fortlaufend. Ein hochrangiger Verteidigungsbeamter sprach von einer „historischen Gelegenheit“, Irans strategische Waffeninfrastruktur nachhaltig zu treffen.

Gleichzeitig wächst in Jerusalem die Sorge, dass US-Präsident Donald Trump lediglich begrenzte Luftschläge anordnen könnte – nach dem Vorbild der Einsätze gegen die Huthi-Miliz im Jemen.

Solche Teilmassnahmen würden das Kernproblem nicht lösen und Israel mit den Folgen allein lassen, warnen Militärvertreter. Die enge Abstimmung mit Washington bleibt bestehen, doch Israel betont ausdrücklich seine Handlungsfreiheit.