Israelische Gefängnisbehörden blockieren Solidaritätskarten an palästinensische Frauen
Hunderte Postkarten aus den USA kommen nicht bei Inhaftierten in Damon an

Israelische Gefängnisbehörden halten Hunderte Solidaritätspostkarten zurück, die an palästinensische Frauen inhaftierte im Damon-Gefängnis gerichtet sind. Über tausend Karten mit Botschaften des Beistands, des Gebets und des Protests wurden im Rahmen einer internationalen Kampagne von Kirchen und einem islamischen Zentrum aus 15 US-Bundesstaaten in Zusammenarbeit mit Friends of Sabeel – North America versandt. Die Karten sollen die Frauen während der Fastenzeit unterstützen und auf ihre Lage aufmerksam machen.

Die Behörden blockieren systematisch jegliche Kommunikation mit den weiblichen Gefangenen. Die Frauen seien vollständig isoliert, hätten kein Zeitgefühl mehr, verbrächten 24 Stunden in ihren Zellen ohne Kontakt zu anderen und erhielten auch die einstige Stunde Hofgang nicht mehr, berichtet die Anwältin Nadia Dacca. Es fehle an Medikamenten, medizinischer Versorgung und Hygieneartikeln wie Binden; bei manchen sei die Menstruation wegen Unterernährung ausgeblieben.

Derzeit sind über 80 palästinensische Frauen in israelischen Gefängnissen inhaftiert, darunter 39 Mütter, mehrere Studentinnen und Schülerinnen. Seit Oktober 2023 sollen mindestens 98 palästinensische Häftlinge in Gewahrsam gestorben sein. Berichte von Menschenrechtsorganisationen wie B’Tselem und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese sprechen von Folter, Schlägen, sexueller Gewalt, Einzelhaft und anderen Misshandlungen.

Die Kampagne fordert unabhängigen Zugang zu den Haftanstalten, ein Ende der Misshandlungen und die Abschaffung der Militärgerichte sowie der Administrativhaft.