Jangtse zeigt beeindruckendes Comeback
Chinas «Problem-Fluss» erholt sich

Der Jangtsekiang, Chinas längster und wirtschaftlich wichtigster Fluss, erlebt eine überraschende ökologische Renaissance. Nach Jahrzehnten schwerer Belastung durch Überfischung, massive Verschmutzung und Wasserkraftprojekte erholt sich das Ökosystem deutlich – vor allem dank eines strikten zehnjährigen Fischereiverbots seit 2021.

Eine aktuelle Studie zeigt: Innerhalb nur zweier Jahre hat sich die Fischbiomasse verdoppelt, die Artenvielfalt um 13 Prozent gesteigert. Besonders erfreulich: Die Population des seltenen Jangtse-Glattschweinswals stieg von etwa 450 auf 600 Tiere. Auch große Fischarten wie Jangtse-Stör und Winkelkarpfen profitieren, während Auswilderungsprogramme bedrohte Spezies stützen.Die Regierung investierte umgerechnet rund drei Milliarden US-Dollar, um 200.000 Fischer finanziell abzufedern und 100.000 Boote stillzulegen. Forscher sprechen von einem „natürlichen Labor“, das belegt: Selbst intensiv genutzte Flüsse können sich erholen, wenn der Mensch sich zurücknimmt.Trotz der Erfolge warnen Experten: Die langfristige Stabilität hängt von weiteren Schutzmaßnahmen ab – Verschmutzung und Klimawandel bleiben Herausforderungen. Der Jangtse versorgt fast 400 Millionen Menschen. Sein Comeback gilt als Hoffnungszeichen für globale Flusssanierungen.