Der omanische Außenminister Badr Albusaidi, zentraler Vermittler bei den indirekten US-Iran-Gesprächen, erklärte in der CBS-Sendung „Face the Nation“, ein Friedensabkommen zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms sei „greifbar“ („within our reach“). Er betonte: „Ich kann sehen, dass der Friedensdeal greifbar ist.“
Nach mehreren Verhandlungsrunden in Genf habe man „erhebliche Fortschritte“ erzielt, insbesondere durch Irans Zusage, „niemals, niemals“ nukleares Material anzusammeln, das für eine Bombe geeignet wäre („zero stockpiling“ mit voller IAEA-Überprüfung). Albusaidi nannte dies einen „komplett neuen“ Durchbruch: „Das macht die Anreicherungsdebatte weniger relevant, weil wir jetzt von null Lagerbeständen sprechen. Und das ist sehr, sehr wichtig, denn wenn man kein angereichertes Material lagern kann, gibt es keinen Weg, eine Bombe zu bauen – egal ob man anreichert oder nicht.“ Er fügte hinzu: „Das ist etwas, das im alten Abkommen aus der Zeit von Präsident Obama nicht enthalten war.“
Nur Stunden später kündigte US-Präsident Donald Trump Bombenangriffe auf iranische Ziele an und leitete militärische Operationen ein, die Israel unterstützte. Der Angriff zielte auf Regimewechsel ab – trotz geplanter Folgegespräche in der kommenden Woche. Albusaidi hatte noch am Freitag auf X appelliert, Diplomatie Raum zu geben, da „keine Alternative“ den Konflikt löse.
Analyst Trita Parsi (Quincy Institute) kommentierte: „Die Omaner sind berühmt für ihre Vorsicht.“ Die öffentliche Zuversicht Albusaidis weise daher auf echte Fortschritte hin – Trump habe stattdessen eine „Kriegswahl“ getroffen, obwohl ein Deal „weit über das hinausgeht, was Obama erreicht hat“. Eine Umfrage zeigt: Nur 21 % der US-Amerikaner unterstützen derzeit Angriffe auf Iran.
Der Vorfall unterstreicht die Zerbrechlichkeit diplomatischer Bemühungen inmitten eskalierender Spannungen im Nahen Osten. Oman bleibt als neutraler Vermittler aktiv.