Eine internationale Umfrage zeichnet ein zunehmend pessimistisches Stimmungsbild in westlichen Gesellschaften: In den USA, Kanada, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland wächst die Sorge, dass sich die Welt auf einen grossen Krieg zubewegt.
Laut der Politico-Erhebung halten viele Befragte einen globalen Konflikt innerhalb der nächsten fünf Jahre für wahrscheinlich. Besonders in den USA und im Vereinigten Königreich ist der Anteil jener gestiegen, die einen neuen Weltkrieg bis 2031 erwarten.
Deutschland bildet dabei eine Ausnahme: Hier überwiegt weiterhin die Einschätzung, dass ein solcher Krieg kurzfristig nicht wahrscheinlich sei.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage ein politisches Spannungsfeld. Zwar sprechen sich Mehrheiten in mehreren Ländern grundsätzlich für höhere Verteidigungsausgaben aus, doch die Unterstützung sinkt deutlich, sobald konkrete Finanzierungsmöglichkeiten wie höhere Steuern, zusätzliche Schulden oder Kürzungen bei Sozialleistungen ins Spiel kommen.
Vor allem in Frankreich und Deutschland nahm die Bereitschaft zu solchen Kompromissen im Vergleich zum Vorjahr spürbar ab.
Viele Befragte sehen Russland als grösste Bedrohung für die europäische Sicherheit, während in Kanada auch die Rolle der USA kritisch bewertet wird.
Auffällig ist zudem die Sorge vor einer nuklearen Eskalation: Mindestens ein Drittel der Befragten in vier der fünf Länder hält den Einsatz von Atomwaffen in naher Zukunft für möglich.
