„Re-Imagine Peace“ in Florenz: Über Frieden nachzudenken ist keine Utopie
Aus dieser Prämisse heraus ist das Festival „Re-Imagine Peace“ entstanden, das vom 10. bis 12. Juli im Rahmen der Veranstaltungsreihe Estate Fiorentina in Florenz stattfindet.

Die Künstlerinnen und Aktivistinnen Noa und Mira Awad übernehmen die künstlerische Leitung. Nach dem Erfolg ihres Auftritts in Sanremo 2025 gemeinsam mit dem Gitarristen, Arrangeur und Produzenten Gil Dor treten sie erneut in Italien auf. Künstlerische Co-Leiterin des Festivals ist Tamar Tal Anati.

Drei Tage lang bietet Florenz Konzerte, Filmvorführungen, Begegnungen, Performances, Momente des Dialogs und Erlebnisse, die der Stadt und der Öffentlichkeit zugänglich sind. Ziel ist es, durch Kultur und Kunst Räume des Zuhörens und der Begegnung zu schaffen. Das Festival gipfelt in einem großen Abschlusskonzert im Anfiteatro delle Cascine, bei dem israelische, palästinensische und italienische Künstler*innen gemeinsam auf der Bühne stehen werden, um in einer gemeinsamen Feier die Musik als universelle Sprache zu zelebrieren, die Grenzen überwinden kann. Auch der katholische Kirchenführer in Jerusalem, der Lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa, und der Schauspieler und Regisseur Neri Marcorè werden sich mit ihrer Stimme für den Dialog einsetzen.

„Re-Imagine Peace“ ist eine multidisziplinäre Kulturplattform, die Künstler*innen, Musiker*innen, Filmemacher*innen, Performer*innen, Aktivist*innen, Denker*innen und internationale Organisationen zusammenbringt. Sie alle eint der Wille, in einer von starken Spaltungen geprägten Zeit Räume der Begegnung zu schaffen. Das Projekt basiert auf der einfachen Prämisse, die menschliche Erfahrung, das Zuhören und die Möglichkeit, unterschiedliche Geschichten, Empfindungen und Perspektiven durch Kunst und Kultur zu teilen, in den Mittelpunkt zu rücken. In diesem Sinne ist Florenz der ideale Rahmen für eine Initiative, die sich dem Dialog und dem Zusammenleben widmet und dabei das bürgerschaftliche Erbe von Persönlichkeiten wie Giorgio La Pira und Mario Primicerio aufgreift. Die Stadt ist zudem seit Jahren ein Ort des Dialogs und der Zusammenarbeit der drei monotheistischen Religionen.

Das Festivalprogramm, das in den kommenden Wochen vollständig veröffentlicht wird, umfasst eine Filmreihe mit preisgekrönten Dokumentarfilmen, die sich Themen wie Leid und Hoffnung widmen. Zu den Titeln zählen „There is Another Way“, „Coexistence“, „My Ass“ und „The Orchestra with the Broken Instruments“. Im Anschluss an die Filmvorführungen sind Diskussionsrunden und besondere Konzerte geplant. Zu den Teilnehmerinnen des Projekts gehören Robi Damelinund Bushra Awad. Sie stammen aus Israel bzw. Palästina und engagieren sich seit langem für den Dialog und den Friedensaufbau. Für ihr Wirken wurden sie mit dem „Fiorino d’Oro“ ausgezeichnet, der höchsten bürgerlichen Ehrung der Stadt Florenz.

Auch die Gastronomie kommt mit der Veranstaltung „A taste of the other“ im Teatro del Sale zum Zug. Dort werden israelische und palästinensische Köch*innen auftreten. Außerdem wird es ein Konzert zweier Pianist*innen aus Ramallah und Tel Aviv geben, die ein Stück vierhändig aufführen werden. Darüber hinaus bietet das Festival einen Marsch und ein interreligiöses Gebet in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Studentenzentrum „Giorgio La Pira“ an, an dem die jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinschaften beteiligt sind. Zudem sind Begegnungen mit Aktivist*innen und Akteur*innen des internationalen Dialogs geplant.

Abgerundet wird das Programm durch die Buchvorstellung von „The Future is Peace“ sowie eine Veranstaltung mit elektronischer Musik und Tanz, bei der DJs des Festival-Kollektivs auftreten werden – ein Abschluss im Zeichen der Verschmelzung verschiedener Sprachen und Zielgruppen.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Pressenza ist gemeinsam mit Avvenire und Controradio Medienpartner des Festivals.