Eine in der Schweiz entwickelte Langstreckendrohne mit dem Namen «Lord» wird von ukrainischen Truppen gegen russische Ziele eingesetzt. Das System stammt vom Unternehmen Destinus mit Sitz in Zürich und verfügt über eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Es kann Sprengladungen transportieren und wurde kürzlich sogar in einer Ansprache des russischen Präsidenten Wladimir Putin erwähnt.
Laut russischen Angaben traf eine solche Drohne oder ein vergleichbares System eine Berufsschule in Starobelsk in der Region Luhansk. Dabei kamen mehrere junge Menschen ums Leben, viele davon Jugendliche und junge Frauen. Der Gründer des Unternehmens, Michail Kokoritsch, hat die Lieferungen an die Ukraine bestätigt. Das Unternehmen umgeht Exportbeschränkungen offenbar, indem es die Drohnen zerlegt liefert und die Montage vor Ort erfolgt.
In der Schweiz laufen Untersuchungen wegen möglicher Verstösse gegen Neutralitäts- und Rüstungsexportvorschriften. Dennoch wächst der Standort in Zürich weiter, und es werden zahlreiche neue Stellen ausgeschrieben. Kokoritsch, der seine russische Staatsbürgerschaft abgelegt hat, baut die Produktion aus und hat Partnerschaften mit europäischen Rüstungsfirmen geschlossen. Kritiker sehen darin eine klare Abkehr von der traditionellen schweizerischen Neutralität.