Selenskyjs Schreiben an Putin entpuppt sich als Drohbotschaft
E3-Treffen in London: Ukrainischer Präsident setzt auf Eskalation statt Dialog

Während die Staatsführer Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in London über mögliche Verhandlungen mit Russland beraten, wird klar: Sein offener Brief an Kremlchef Putin war keineswegs die von vielen Medien gepriesene höfliche Einladung zu Gesprächen in einem Drittstaat wie der Schweiz. 

Bereits im zweiten Satz spottet Selenskyj über einen Drohnenangriff auf das Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg. Er kündigt weitere «negative Folgen» an – mehr Angriffe auf Energieanlagen, verstärkte Sanktionen und Drohnenangriffe. Am Schluss warnt er Putin, dieser müsse um seine eigene Existenz fürchten, falls er nicht einlenke. Dies sei «keine Drohung, sondern eine Tatsache der russischen Geschichte». 

Unterzeichnet hat er mit dem Schlachtruf «Slawa Ukraini».Beobachter sehen darin vor allem ein Signal an Hardliner in Kiew. Putin hat das Schreiben umgehend abgelehnt. Dennoch begrüssten westliche Regierungen den Brief und luden Selenskyj zu weiteren Gesprächen ein. Kritiker hoffen, dass bei den Beratungen mehr herauskommt als leere Drohgebärden.