Jahrzehntelang verweigerten US-Präsidenten Saudi-Arabien zivile Nukleartechnologie – aus Rücksicht auf Israel, das seine Stellung als einzige Atommacht in der Region sichern wollte. Nun hat Donald Trump am 22. Juli 2026 genau diese Technologie zugesagt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman erhält damit, was zuvor stets abgelehnt wurde.
Der Kurswechsel hängt eng mit dem laufenden Krieg gegen den Iran zusammen. Die US-Militärbasen in den Golfstaaten erweisen sich als wenig wirksam, und die Golfstaaten erleiden schwere wirtschaftliche Schäden. Viele Länder der Region streben eine alternative Sicherheitsarchitektur an und könnten sich sonst China oder Russland zuwenden. Um die grösste arabische Macht nicht zu verlieren, sah sich Trump zum Nachgeben gezwungen.
Noch ist es ein «Deal», der vom US-Kongress genehmigt werden muss und dort am Widerstand pro-israelischer Kräfte scheitern könnte. Saudi-Arabien und Iran haben beide das Nichtverbreitungsabkommen unterzeichnet. Dennoch besteht die Gefahr, dass ein ziviles Programm militärische Komponenten entwickelt. Teheran fordert nun dieselben Rechte und sieht im saudischen Abkommen ein starkes Argument für eigene Verhandlungen.
Eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten bliebe die beste Lösung, würde aber massiven Druck auf Israel erfordern – derzeit unrealistisch.