UN-Sicherheitsrat diskutiert eigene Schwäche
China fordert Stärkung der Vereinten Nationen

Der UN-Sicherheitsrat hat am 22. Mai 2026 auf Initiative Chinas über seine eigene Lähmung debattiert. Unter dem Vorsitz des chinesischen Aussenministers Wang Yi sprachen die Mitglieder darüber, wie die Ziele und Grundsätze der UN-Charta besser eingehalten und das auf den Vereinten Nationen beruhende internationale System gestärkt werden können.

Wang Yi betonte, dass die heutigen Weltprobleme nicht von einer veralteten Charta herrühren, sondern davon, dass ihre Grundsätze wie Multilateralismus und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten nicht respektiert werden. Er schlug vor, die Charta neu zu beleben, die Handlungsfähigkeit des Sicherheitsrats zu verbessern, die globale Entwicklungszusammenarbeit zu fördern und die Wirksamkeit des UN-Systems insgesamt zu steigern.

Der russische Botschafter Wassili Nebenzia unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Charta. Er kritisierte indirekt Tendenzen in Deutschland und Japan, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs infrage zu stellen.

Die Debatte macht deutlich, dass viele Staaten den Sicherheitsrat als gelähmt ansehen – vor allem wegen des Vetorechts der ständigen Mitglieder und seiner veralteten Zusammensetzung, die die heutige Welt nicht mehr richtig widerspiegelt. China nutzte seine Präsidentschaft im Mai, um eine offene Diskussion über diese grundlegenden Fragen anzustossen.