Von Goma nach Rabat: Miguel Masaisai radelt für den Frieden
Sein sportliches Ziel ist es, 14.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen und dabei für den Frieden zu werben. Im Rahmen seiner Initiative «Pedal for Peace» ist Miguel Masaisai auf dem Weg ins marokkanische Rabat. In zwei Monaten hat er fast 7.000 Kilometer zurückgelegt und dabei den Osten mit dem Westen der Demokratischen Republik Kongo verbunden.
(Bild von Goma Sportif)
Mit dem Fahrrad von Goma nach Rabat: Miguel Masaisai, auch bekannt als «Unstoppable», radelt, um eine Friedensbotschaft zu verbreiten. (Bild von Goma Sportif)

In Goma träumen viele davon, das Land zu verlassen, um der Unsicherheit nach den wiederholten Kriegen zu entkommen. Doch Miguel Masaisai ist aufgebrochen, um für den Frieden zu sprechen. Mit seinem Fahrrad und wenigen Habseligkeiten radelt er in der Hoffnung, zur Wiederherstellung des Friedens zwischen den Völkern beizutragen. 

Auf seinem Weg durchquert er nicht nur Städte und Dörfer, sondern nimmt sich auch Zeit, mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, denen er begegnet, über sozialen Zusammenhalt und Konfliktprävention zu sprechen. Miguel möchte das Bild einer afrikanischen Jugend vermitteln, die Konflikte und Spaltungen nicht als unabwendbares Schicksal betrachtet, sondern sich dafür entscheidet, eine Botschaft der Hoffnung zu verbreiten. Für «Unstoppable» ist diese Reise in erster Linie eine persönliche Angelegenheit.

Da er in einer von bewaffneten Konflikten geprägten Region aufgewachsen ist, sagt er, dass ihn die Folgen des Krieges, der nach wie vor eine ständige Quelle der Unsicherheit ist, zutiefst geprägt haben. Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Idee, seine Leidenschaft für das Radfahren zu nutzen, um Botschaften über Grenzen hinweg zu vermitteln. «Ich habe mich gefragt, wie ich als junger Mensch und Radfahrer meine Fähigkeiten nutzen kann, um eine Botschaft über Grenzen hinweg zu vermitteln. 

So entstand «Pedal for Peace»: Jeder mit dem Fahrrad zurückgelegte Kilometer soll eine Botschaft des Friedens, der Einheit und der Hoffnung für junge Menschen vermitteln. «Ich trete nicht nur in die Pedale. Auf jeder Etappe treffe ich junge Menschen, Gemeinden, Behörden, Medienvertreter:innen und Organisationen, um über Frieden, Zusammenhalt und die Rolle zu sprechen, die junge Menschen beim Aufbau ihrer Gesellschaft spielen können. Ausserdem teile ich meine Erfahrungen in den sozialen Netzwerken und über die Medien. So wird jeder Kilometer zu einer Gelegenheit, die Geschichte des Ostkongo zu erzählen und vor allem zu zeigen, dass sich ein junger Mensch dafür entscheiden kann, Brücken statt Mauern zu bauen», erklärte er.

Warum Marokko?

Für den jungen Radfahrer ist die Wahl von Rabat kein Zufall. Im Jahr 2025 hatte Miguel Masaisai bereits seine erste Reise von Goma nach Kapstadt in Südafrika unternommen. Dabei legte er etwa 7.000 Kilometer zurück und durchquerte Ruanda, Tansania, Botswana und Namibia. In diesem Jahr macht er sich auf den Weg nach Norden und verdoppelt die zurückzulegende Strecke, um auf dem Kontinent die Saat des Friedens zu säen. Auf seiner ersten Reise hatte er verschiedene Bevölkerungsgruppen jenseits der südlichen Grenzen des Kongo kennengelernt

Von einer Reise zur nächsten bleibt die Botschaft dieselbe, doch der Anspruch wächst. Er ist sich der körperlichen Belastungen einer solch langen Reise bewusst, denn nach seiner ersten Reise war er erkrankt. Doch er gibt nicht auf! Für ihn ist Rabat nicht nur das Ziel, sondern verleiht seiner Botschaft auch eine panafrikanische Tragweite: «Marokko ist für mich ein Symbol der Offenheit gegenüber Nordafrika und der arabischen Welt. Rabat ist zudem ein Zielort, der dieser Mission eine panafrikanische Dimension verleiht. Von Goma bis nach Rabat zu reisen, bedeutet zu zeigen, dass Afrikaner:innen trotz Entfernungen, Grenzen und Schwierigkeiten durch eine gemeinsame Botschaft verbunden sein können: Frieden und Einheit», schloss er.


Die Übersetzung aus dem Französischen wurde Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

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