Wenn Nahrung zur Waffe wird
Ernährungssouveränität als Widerstand gegen Hunger und Ungerechtigkeit

Hunger ist nicht allein eine Folge fehlender Lebensmittel. Häufig geht es auch um Macht, Landbesitz und den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen. Die am 17. Oktober 2026 veröffentlichte 17. Ausgabe der «Right to Food and Nutrition Watch» untersucht, wie Nahrung in Kriegen, unter Besatzung und in gewaltsamen Konflikten gezielt eingesetzt wird, um Menschen zu kontrollieren, zu vertreiben und auszuhungern.

Der Bericht des Global Network for the Right to Food and Nutrition zeigt, dass der Entzug von Nahrung Menschen in Abhängigkeit drängt und ihre Möglichkeiten schwächt, sich gegen die Ursachen ihrer Not zu wehren. Auch Klimawandel, zerstörte Ökosysteme und die Ausgrenzung indigener Bevölkerungsgruppen gefährden weltweit die Ernährungssicherheit.

Gleichzeitig dokumentiert die Publikation, wie Gemeinschaften Widerstand leisten: Sie verteidigen ihr Land, bewahren traditionelles Wissen, stärken gegenseitige Hilfe und bauen zerstörte Lebensgrundlagen wieder auf. Dabei geht es nicht nur um genügend Lebensmittel, sondern auch um die Frage, wer über Anbau, Produktion und Verteilung entscheidet.

Das Konzept der Ernährungssouveränität fordert, dass Menschen ihre Ernährungssysteme selbst mitgestalten können. Die Publikation stellt deshalb die grundsätzliche Frage, ob Reformen bestehender Strukturen genügen oder eine gerechtere Verteilung von Macht notwendig ist.

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Es zu verwirklichen bedeutet auch, jene Bedingungen zu verändern, die Hunger und Abhängigkeit hervorbringen.