Israel hält weiterhin rund 14 Milliarden Schekel (rund 4,8 Milliarden Dollar) an palästinensischen Steuereinnahmen zurück, die der Autonomiebehörde zustehen. Diese Gelder stammen vor allem aus Zöllen und Steuern auf Importe und Waren. Die Massnahme dauert bereits seit fast drei Jahren an und führt zu einer sich zuspitzenden wirtschaftlichen Not im Westjordanland.
Monatlich kommen etwa 400 Millionen Schekel hinzu. Die Autonomiebehörde muss strenge Sparmassnahmen ergreifen, Gehälter von öffentlichen Angestellten kürzen und Entwicklungsprojekte stoppen. Viele Familien haben Ersparnisse aufgebraucht, Schulden angehäuft und Ausgaben stark reduziert. Die Arbeitslosigkeit ist stark gestiegen, von 129'000 im Jahr 2023 auf 290'000 Ende 2025. Zudem behindert ein Einreiseverbot für palästinensische Arbeiter die Wirtschaft zusätzlich.
Israel begründet die Zurückhaltung mit der angeblichen Unterstützung von Terrorismus durch die Autonomiebehörde. Warnungen aus israelischen Sicherheitskreisen vor einer Eskalation bleiben bisher unberücksichtigt. Die Lage bedroht das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie ganze Branchen wie Bauwesen und Handel. Internationale Hilfe reicht bei weitem nicht aus, um das wachsende Defizit auszugleichen.