Die jährliche Geburtenzahl in Deutschland ist 2025 auf rund 654'000 Neugeborene gesunken – den tiefsten Stand seit 1946. Trotz Bevölkerungswachstum erreicht das Geburtendefizit einen Nachkriegsrekord. Die Zahlen sinken bereits das vierte Jahr in Folge. 2021 wurden noch über 795'000 Kinder geboren.
Das Statistische Bundesamt führt den Rückgang vor allem auf geburtenschwache 1990er-Jahrgänge zurück, die nun ins Elternalter kommen. Soziologen wie Ulrich Reinhardt nennen «Zukunftsängste» als Grund, Kinder seien immer weniger selbstverständlich. Der Berliner Soziologe Martin Bujard sieht die dauerhaft tiefe Fertilitätsrate von etwa 1,3 Kindern pro Frau als eigentliches Problem.
Der Regensburger Pädagogische Psychologe Christof Kuhbandner kritisiert diese Darstellung scharf. Im Vergleich zum stabilen Durchschnitt von rund 780'000 Geburten zwischen 2017 und 2020 ergibt sich seit 2022 ein dramatischer Einbruch: minus 5,4 Prozent 2022, 11,3 Prozent 2023, 13,3 Prozent 2024 und 16,2 Prozent 2025. Kinderwünsche seien laut repräsentativen Befragungen weitgehend stabil geblieben. Auch bei künstlichen Befruchtungen sei die Zahl der geborenen Kinder seit Anfang 2022 deutlich zurückgegangen, obwohl die Versuche konstant blieben.
Ähnliche Einbrüche melden Österreich, Italien, Schweden und Frankreich. Der niedersächsische Kinderarzt Albrecht Jahn sieht einen zeitlichen Zusammenhang mit der Empfehlung zur Corona-Impfung Schwangerer ab Herbst 2021 und fordert offene Diskussion über mögliche Auswirkungen modifizierter RNA auf Fruchtbarkeit und Plazenta.