Kolumbien: Zunehmende Kritik am neuen Präsidenten
Erdbeben stellt De la Espriella auf die Probe

Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt muss Kolumbiens neuer Präsident Abelardo de la Espriella eine schwere Naturkatastrophe bewältigen. Das Erdbeben der Stärke 7,4 forderte mindestens 169 Tote und über 1000 Verletzte, besonders in der Kaffeeanbauregion um Pereira und Manizales sowie in abgelegenen Gebieten wie dem Chocó. Viele Gebäude stürzten ein, die Suche nach Verschütteten dauert an.

Zunehmend gerät der rechtsextreme und von Donald Trump bei der Wahl stark unterstützte Staatschef in die Kritik. Kritiker werfen ihm vor, internationale Rettungsteams zunächst abgelehnt und wichtige Posten im Katastrophenschutz noch nicht besetzt zu haben. Die unvollständige Amtsübergabe von der Vorgängerregierung erschwere die Koordination. Betroffene in schwer zugänglichen Regionen organisierten sich teilweise selbst.

De la Espriella kündigte Mietzuschüsse und weitere Hilfsmassnahmen an und bemüht sich um Sichtbarkeit vor Ort. Dennoch bleibt der Druck hoch: Die Bevölkerung erwartet rasche und effiziente Hilfe. Die Katastrophe ist die erste grosse Bewährungsprobe für den unerfahrenen Präsidenten, der im Wahlkampf vor allem Sicherheit und Ordnung versprochen hatte.