Kolumbien steht vor einer wichtigen Präsidentenwahl. Der linke Kandidat Iván Cepeda vom Pacto Histórico liegt in den Umfragen mit bis zu 46 Prozent klar vorn. Cepeda, Senator und langjähriger Menschenrechtsanwalt, tritt mit der indigenen Politikerin Aida Quilcué als Vizekandidatin an. Er gilt als Favorit für die Fortsetzung des linken Kurses des amtierenden Präsidenten Gustavo Petro.
Petro ist seit 2022 der erste linke Präsident Kolumbiens. Er darf gemäss Verfassung nicht mehr antreten. Der erste Wahlgang findet am 31. Mai 2026 statt, eine allfällige Stichwahl am 21. Juni. Hinter Cepeda folgen konservative Bewerber mit rund 20 Prozent, darunter Anwalt Abelardo de Esprilla und Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des früheren rechten Präsidenten Álvaro Uribe.
Trotz Fortschritten bei Sozialprogrammen und Reformen bleibt die innere Sicherheit das drängendste Problem. In Regionen wie dem Norden des Cauca halten Gewalt, Anschläge und Rekrutierungen von Kindersoldaten durch abtrünnige Guerillagruppen an. Indigene Gemeinschaften fordern besseren Schutz und mehr Selbstbestimmung.Ein Sieg Cepedas würde verhindern, dass fast ganz Lateinamerika von rechten Regierungen geführt wird. Beobachter rechnen mit einem harten Wahlkampf.