Nach Waffen nun auch Medikamente: USA im Handelskrieg
Die USA dringen auf höhere Arzneimittelpreise in Deutschland, um ihre eigenen Budgets entlasten zu können. Der US-Handelsbeauftragte hat deshalb kürzlich ein sogenanntes Sector-301-Verfahren gegen die Bundesrepublik eröffnet.

Die Trump-Administration fordert die Bundesregierung auf, eine Erhöhung der Medikamentenpreise in Deutschland durchzusetzen. Sie begründet dies mit der Behauptung, die Pharmabranche finanziere ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung hauptsächlich über den US-Markt. Andere Länder hingegen trügen kaum etwas dazu bei, profitierten aber trotzdem von den medizinischen Fortschritten. US-Präsident Donald Trump wirft Deutschland und anderen Nationen „globales Schmarotzertum“ vor.

Am 18. Juni haben die USA nun gegen die Bundesrepublik wegen „anhaltender Untervergütung innovativer Medikamente“ ein sogenanntes Sector-301-Verfahren eingeleitet – mit dem Ziel, in Deutschland die Profitbedingungen für die Pharmaindustrie zu verbessern. Bundeskanzler Friedrich Merz wies das Ansinnen zurück; das Wirtschaftsministerium hingegen signalisiert Gesprächsbereitschaft. Boehringer und Merck gaben bereits nach und bieten einige Präparate auf der neuen Plattform TrumpRX billiger an. Gemeinsam mit anderen Konzernen wie Bayer drängen sie im Gegenzug auf Preiserhöhungen in den EU-Staaten, damit drohend, ansonsten in Europa – um Vergleichsmöglichkeiten abzuschaffen – keine neuen Pharmazeutika mehr herauszubringen.


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