NATO Europa ist Russland weit überlegen – warum die Angst vor einem russischen Angriff zunehmend konstruiert wirkt
Ein Kräftevergleich zeigt: Selbst ohne die USA bleibt die NATO Russland militärisch weit überlegen. Die Bedrohungsszenarien wirken politisch motiviert.

Ein Vergleich der militärischen Kräfteverhältnisse zwischen Russland und der NATO zeigt laut einer Analyse von Xaver Philipp Schlesinger, dass ein russischer Angriff auf Europa wenig realistisch erscheint. Selbst ohne die USA verfügen die europäischen NATO-Staaten über erhebliche militärische Vorteile. Die derzeitige Angstrhetorik vieler Regierungen – auch in der Schweiz – erscheine deshalb zunehmend fragwürdig.

Besonders deutlich wird die Überlegenheit der NATO bei den Verteidigungsausgaben. Trotz steigender russischer Rüstungsausgaben seit 2021 liegen die Budgets der NATO-Staaten weiterhin deutlich höher. Auch personell ist Russland klar unterlegen: Die NATO verfügt insgesamt über rund 2,6-mal mehr aktive Soldaten. Selbst ohne USA und Kanada bleibt die europäische NATO Russland zahlenmässig überlegen.

Noch deutlicher zeigt sich das Ungleichgewicht bei den Luft- und Seestreitkräften. Die NATO besitzt ein Vielfaches an Kampfflugzeugen sowie massive Vorteile bei Transport-, Aufklärungs- und Tankflugzeugen. Gerade diese Fähigkeiten sind für moderne Kriegsführung entscheidend. Bei den Seestreitkräften ist Russland der NATO ebenfalls klar unterlegen – insbesondere bei Hochseeschiffen und U-Booten.

Lediglich bei der Artillerie besitzt Russland gewisse Vorteile. Gleichzeitig weist die Analyse darauf hin, dass Russland als flächenmässig riesiges Land grosse Teile seiner Streitkräfte zur eigenen Grenzsicherung binden muss. Zudem erschwere die Geographie einen Vormarsch nach Westen erheblich, während ein Vormarsch von Westen nach Russland deutlich einfacher wäre.

Auch das atomare Gleichgewicht spreche gegen ein Angriffsszenario: Beide Seiten verfügten weiterhin über genügend Nuklearwaffen zur gegenseitigen Abschreckung.

Die Analyse kommt deshalb zum Schluss, dass die Vorstellung eines bevorstehenden russischen Angriffs auf Europa militärisch kaum plausibel sei. Die zunehmende Alarmstimmung diene eher dazu, massive Aufrüstung politisch zu legitimieren – auch in der Schweiz, wo sicherheitspolitische Debatten zunehmend von Angstbildern geprägt würden.


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