Rattenplage in Gaza: Zerstörung führt zu schwerer Gesundheitskrise
Nagetiere bedrohen Vertriebene – Seuchengefahr wächst

In Gaza kämpfen Tausende Vertriebene mit einer massiven Rattenplage. Die anhaltende Zerstörung hat zu riesigen Müllbergen, Abwasserlachen und beengten Zeltlagern geführt. Dadurch breiten sich Nagetiere und Schädlinge rasant aus. Gesundheitsbehörden melden über 70'000 Fälle von Ektoparasiten-Infektionen in diesem Jahr. Ratten beissen Kinder und Erwachsene im Schlaf. 

Eine 61-jährige Frau aus Gaza-Stadt wachte auf, als Ratten ihr im Schlaf mehrere Zehen abgefressen hatten. Als Diabetikerin spürte sie nichts davon. Vier Personen starben bereits an Hautkrankheiten im Zusammenhang mit Nagetierbefall. Labortests fehlen, doch Experten vermuten Leptospirose und andere durch Ratten übertragene Krankheiten wie Typhus. Ein Ausbruch der Pest gilt als reale Gefahr. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von vorhersehbaren Folgen eines zusammengebrochenen Lebensraums. Über 90 Prozent der Bevölkerung leben vertrieben in Zelten mit hoher Dichte. Müllberge von 40 Millionen Tonnen verschärfen die Lage zusätzlich. Betroffene berichten von ständiger Angst, besonders nachts. Sanitäre Massnahmen fehlen, Ausreisen für Behandlungen bleiben blockiert. Die Situation droht sich im Sommer weiter zu verschlechtern.