Im März 2026 hat ein 22-jähriger Kämpfer aus Nordsyrien in einem Interview die entschlossene Haltung der Selbstverwaltung in Rojava deutlich gemacht. Heval Mehmed, der aus Nordkurdistan stammt, erklärte: «Niemand hat sein Anliegen aufgegeben oder das Land verlassen.» Er schilderte die dramatischen Ereignisse zu Beginn des Jahres 2026, als hegemoniale Kräfte eine umfassende Offensive gegen die Revolution in Rojava starteten. Die Bevölkerung rief die allgemeine Mobilmachung aus. Jugendliche aus Kurdistan und aus Europa beteiligten sich an der Verteidigung. Durch den gemeinsamen Widerstand in Form des revolutionären Volkskriegs konnten die Angriffe gestoppt werden.
Heval Mehmed beschrieb das Leben in Rojava als einzigartig. Die Menschen seien selbstbewusst und bereit, ihr Land mit allen Mitteln zu schützen – notfalls auch mit dem eigenen Leben. In den Strassen übernahmen alle, von Kindern bis zu den Älteren, Nachtwachen. Bei Gedenkfeiern für Gefallene zeigten sich Araber und Kurden vereint. Die Propaganda, die den Konflikt als arabisch-kurdischen Gegensatz darstellen wolle, sei gescheitert. Stattdessen habe man den Glauben an eine demokratische Nation und die Völkerbrüderschaft erneuert.
Nach intensiven Bemühungen innerhalb und ausserhalb Rojavas kam es schliesslich zu einem Waffenstillstandsabkommen. Gemäss diesem werden einzelne Institutionen und die Armee in den syrischen Staat eingegliedert. Die Selbstverwaltung lebt jedoch weiter wie bisher. «Unsere Errungenschaften werden uns nicht genommen», betonte Heval Mehmed. Man fordere die Anerkennung der Frauenverteidigungseinheiten YPJ, der eigenen Sprachen sowie der Schulen und Institutionen durch den syrischen Staat. Die mit dem Blut Tausender Märtyrer erkämpften Fortschritte wolle man nicht preisgeben.Besonders hob er die Frauenrevolution hervor. Der Feind fürchte die Zöpfe der Frauen und versuche, die Errungenschaften der Frauenbefreiung zu tilgen.
«Die Freiheit der Frauen ist unsere rote Linie», sagte er. Als Beispiel nannte er die Zerstörung einer YPJ-Statue in Raqqa und die schwierige Lage von Frauen in von HTS kontrollierten Gebieten. Man setze auf Jineoloji, um dem Patriarchat entgegenzutreten. Märtyrerinnen wie Deniz Çiya in Aleppo oder Mütter an der Front zeigten den entschlossenen Widerstand.Heval Mehmed verwies auf Abdullah Öcalan, dessen Eingreifen einen blutigen Völkermord und einen arabisch-kurdischen Krieg verhindert habe. Dennoch bleibe die Gefahr von Angriffen durch dschihadistische Gruppen bestehen; die Bevölkerung halte weiter Wache. Für die Zukunft rief er die Jugend auf, nicht zu Kriegstreibern zu werden, sondern für den Frieden einzutreten. Man müsse die Pläne hegemonialer Mächte ablehnen, das Verständnis für Sozialismus und Frauenfreiheit vertiefen und auf Menschlichkeit, Moral und Hoffnung setzen. Ziel bleibe eine kommunale, freie und gleiche Gesellschaft.
Die Aussagen von Heval Mehmed spiegeln die Haltung vieler in Rojava wider: Man verteidige die Revolution durch Frieden, stärke die Organisation und lasse sich die Errungenschaften nicht nehmen. Der Widerstand habe der Welt gezeigt, dass Rojava einen wichtigen Platz in der Geschichte einnehme.