Schweizer Milizarmee: Neutralität braucht Zähne
Die «Gruppe Giardino» legt dar, warum die bewaffnete Neutralität keine Option, sondern eine völkerrechtliche Pflicht ist

Die Schweiz ist von NATO-Staaten umgeben — und gerade deshalb, argumentiert die Gruppe Giardino, darf sie sich nicht auf fremden Schutz verlassen. Neutralität ohne Verteidigungsfähigkeit sei rechtlich und strategisch wertlos.

Kernthese: Wer neutral sein will, muss kämpfen können. Das Haager Abkommen von 1907 verpflichtet die Schweiz, ihr Territorium gegen Missbrauch durch Kriegsparteien zu schützen. Eine militärisch impotente Schweiz würde früher oder später von Nachbarstaaten als Transitkorridor genutzt — und ihre Neutralität faktisch verlieren.

Moderne Bedrohung, klassische Antwort: Als wahrscheinlichstes Szenario gilt nicht ein klassischer Einmarsch, sondern ein Angriff als «Nebenschauplatz»: Luftraumverletzungen, Sabotage kritischer Infrastruktur, Cyberangriffe. Darauf antwortet das Konzept mit einem Systemverbund aus Sperrstellen, Drohneneinsatz, elektronischer Kriegführung und dem bewährten Réduit-Prinzip in moderner Form.

Autonomie als strategisches Ziel: 300'000 Armeeangehörige, Raketenartillerie, eigene Satellitenaufklärung, inländische Munitionsproduktion und ein dichtes Zivilschutznetz für über 9 Millionen Menschen — so skizziert die Gruppe Giardino die Schweiz der Zukunft: ein «Kaktus», der schlicht zu schmerzhaft zu schlucken ist.


Gruppe Giardino: Was sind die Grundsätze einer neutralitätsgerechten Verteidigungsarmee in der Schweiz? – Argumentarium für die Neutralität.