Supermarktriese parkt Gewinne in Genf
740 Millionen Franken Ertrag ohne einen einzigen Laden

Der niederländisch-belgische Einzelhandelskonzern Ahold Delhaize hat im Jahr 2025 in der Schweiz einen Vorsteuergewinn von mindestens 740 Millionen Euro erzielt – obwohl das Unternehmen hierzulande keinen einzigen Supermarkt betreibt. Wie eine Untersuchung des niederländischen Mediums «Follow the Money» zeigt, zahlte der Konzern allein im Kanton Genf 109 Millionen Euro Körperschaftssteuern.

Ahold Delhaize betreibt weltweit Ketten wie Albert Heijn, Delhaize, Food Lion und Stop & Shop. In der Schweiz hingegen existiert keine Filiale. Die Gewinne entstehen vor allem durch Genfer Tochterfirmen: Eine Lizenzgesellschaft hält Hunderte Markenrechte, darunter auch Bezeichnungen für vegane Produkte. Andere Tochtergesellschaften fungieren als interne Bank oder Rückversicherer. Ausländische Betriebe zahlen dafür Lizenz- und Versicherungsgebühren, die als Gewinn in Genf landen.

Der tiefe Steuersatz von 14,7 Prozent in Genf macht die Konstruktion attraktiv. Das Absurde: Der Konzern wird mit hoher Steuertransparenz. Steuerexperten kritisieren die Verlagerung von Markenrechten als klassisches Mittel zur Steuervermeidung in Niedrigsteuerländern.