Pendel zwischen Optimismus, Pessimismus und Realismus
Die ZE!TPUNKT-Reihe «Was tust Du für den Frieden?» gefällt mir. Ich denke, dass sich damit eine andere Art von Bewegung manifestiert: nicht massenhaft und kopflastig militant, wie sie sich beispielsweise mitunter bei Demos zeigen kann, sondern (im Innern) standhaft und (nach Aussen) herzensgut gewaltfrei.
Selber pendle ich hin und her zwischen Optimismus (es kommt alles gut) und Pessimismus (es wird alles schlimm), und ich möchte ein Realist sein (es ist, wie es ist: und vieles ist möglich, oder halt auch nicht).
Ueli Keller
Nicht viel
Nun, was tue ich? Einfach nicht so viel wie die Gesellschaft es von mir erwartet hätte! Will sagen, ich strebe nicht nach materiellem Reichtum. Denn, Letzterer ist schlussendlich immer der Grund für Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und in weiterer Folge für Kriminalität und Krieg. Ist das Wenige, dass ich tue zu wenig?
Günther Ebner
Kriegsdienstverweigerer beraten
Ich habe mich bei der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen) eingeschrieben und mich zum Berater für Kriegsdienstverweigerung schulen lassen. Die DFG-VK leistet diese Arbeit seit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. Ich habe mich in den Achtziger Jahren dort selbst schon für meine Verweigerung beraten lassen.
Dass Verweigerer des Tötens und Getötet-Werdens ihr Gewissen darlegen und «anerkennen lassen» müssen und nicht diejenigen, die «dem Vaterland dienend» bereit scheinen, in sinnlose Kriege zu ziehen, ist in meinen Augen eine absurde Verdrehung. Trotzdem machen mir die Ausführungen der Ratsuchenden Mut. Hier lese ich Geschichten der ehrlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Gewissen. Das ist immer wieder tief bewegend.
Stephan Pfannschmidt, München
Für Arschlöcher beten
Ich versuche, für die Verursacher Tump, Netanyahu, den Iranerchef, Putin zu beten, dass sie einsehen, was sie anrichten. Moto: Liebet eure Feinde. Aber es ist sehr schwierig, weil ich sie lieber hassen und mit «Arschlöcher» titulieren möchte.
Irène Abbondio, Clarens
Vertical Centering
Wenn du vom Vertical Centering und den monatlichen Meditationen in Bern den Friedensstern gehört hast und es als Gebet bewegen möchtest — wir tun es täglich, seit anfangs Jahr, gemeinsam meditativ, betend bewegen, jedes auf seinem eigenen Grundton.
Silvia
Friedensmantra
Frieden in meinem Geist
Frieden in meinem Herzen
Frieden in meinem Körper
Frieden für die ganze Welt
— das Mantra habe ich von CanamayTe - eine europaweit bekannte Zeitsurferin - mit der ich im regen austausch bin …
Dieses kleine Mantra benutzte ich die vergangenen Jahre auch im Kinderaikido . zu beginn . wenn man in seiza sitzt …
Da ich jetzt nach knapp 20 Jahren das Friedensengagement Kinder Aikido Solothurn (www.aikido-kids.ch) beende, gehts dafür im grösseren stil mit dem Zuvuya Gathering & co weiter …
Ich atme Frieden . ich bin frieden
herzgruss mit sOnnenschein
u.r.s. jOsé * Zeitreisender aus der Zukunft pOsitiv
Graben überwinden
Frieden heisst für mich, ich muss bereit sein den Graben zwischen mir und meinen Gegenüber zu überwinden. Das bedingt auch, dass ich selber den Graben in mir überwunden haben muss, wenn ich mich mit mir selber versöhnt habe, erlebe ich wie der Graben in mir aufgehoben wurde, das bewirkt in mir die Selbstachtung meiner selbst. Das sichtbare Zeichen der Versöhnung ist den Frieden und/oder die Beziehung mit meinem Gegenüber wieder herzustellen. Ich bin davon überzeugt, dass das nur möglich ist, wenn mein Herz durch Jesus gereinigt, wiederhergestellt wurde, die Brücke ist Jesus, der Sünde und Schuld von mir auf sich genommen hat, damit ich mit Gott versöhnt wurde. Erst dann ist echter Frieden möglich.
Bernd Kauke, Namibia
Bei uns beginnen
Ich denke, es ist wichtig, wenn wir erst mal bei uns beginnen: in mir muss Frieden sein, sonst gibt es auch keinen Frieden in der Welt. Dieser Frieden in mir selbst ist jedoch nicht so einfach zu haben. Ich muss bereit sein, hinzusehen, zu erkennen, zu vergeben, anzusprechen, daran zu glauben/ festzuhalten, dass Frieden in mir möglich ist. Ich bin auf dem Weg… Weg mit Hindernissen, manchmal steinig. Doch ich gehe meinen Weg aufmerksam, bewusst, wie viele, die ich kenne. Liebe Grüsse Erika
Jeden Tag eine gemeinsame FRIEDENSMINUTE!
Dein Friedens-Aufruf zeigt reife Früchte.
Ich bin tief berührt. Könnten die Gebetsgruppen ihre Gebetszeiten und
die Friedensminute hier veröffentlichen?
Ich habe schon bei Weltmeditationen erleben dürfen,
wie kraftvoll dieses Verbunden-Sein ist und
wie es schöpferische Friedenskraft weckt. Ich mache mit!
Dein Betrag über Deine Eltern schüttelt mich: Erlebnisse, wie es heute wieder tausende von jungen Menschen weltweit erleben. Ich habe 2 000 mehrstündige Trauma-lösende Begleitprozesse mit Menschen machen dürfen, die mir ihr Vertrauen schenkten. Sehr oft mit Menschen aus Deutschland, weil ich meine zusätzlichen Ausbildungen dort machte. Und immer wieder kamen Kriegsbilder, Gewehre … auch von Menschen, die in ihren Familien nie ein Wort über den Krieg erfuhren. Zellerinnerungen. Bei vielen Menschen brach unter Tränen die Schweigemauer zusammen. Echtes Vergeben mit einem tiefen Gefühl von Befreiung wurde möglich. Und neue Selbstverantwortung entfaltete sich …
Christina Maria
Friedenspartei gründen
Wir gründen eine Friedenspartei oder besser ein Friedens-Verein! Das Wichtigste dabei: Alle Mitglieder*innen bezeugen schriftlich: kein Lobbying - Lobbying ist die Pest in unserer Politik!
Leider weiss ich nicht genau, wie viele Menschen in der Schweiz aktive Parteimitglieder sind, ich schätze unter 30 %. Die meisten Menschen wollen nicht in eine Partei. Auch ich will im Ganzen und nicht in einer Partei (Teil) sein!
Ich denke, die überwiegende Mehrheit kennt das grosse Geschenk des Friedens und ist auch bereit, sich dafür zu engagieren.
Stephan Baum
Sprechen und Zuhören
In unserer kleinen Gemeinschaft und Biohotel Gut Nisdorf an der Ostsee weht seit dem letzten Jahr eine Friedensfahne, die zweimal abgerissen wurde, jetzt aber schon ein Jahr lang hängt, und wir haben eine Friedenserklärung ausgelegt. Jetzt haben wir zum ersten Mal offen eingeladen zu einem Dialograum «Die heisse politische Frage». Wir waren 19 Menschen - teilweise Hotelgäste, Nachbarn, Freunde und Menschen, die irgendwo davon gehört hatten. Jeweils zu viert sassen wir an einem Tisch, und jeder hatte abwechselnd Zeit, zur Frage zu sprechen: Was macht es mit dir, dass Deutschland jetzt wieder kriegstüchtig wird? In meiner Gruppe war die erste Sprecherin ein Kriegskind, eine ältere Nachbarin, die zu Kriegsende geboren wurde. Sie brach gleich in Tränen aus und berichtete von ihren Erinnerungen und denen ihrer Mutter. (Die ich hier nicht wiedergeben möchte). Diese fünf Minuten hätte ich aufnehmen sollen, um sie in jedem Parlament abzuspielen, in der gerade Aufrüstung debattiert wird. Was für ein Zeitzeugnis! Eine andere in unserer Gruppe sagte: Jede geweinte Träne ist ein Stück Heilung.
Dieses einfache Format mag dazu da sein, auch Andersdenkenden Gehör zu schenken - wir waren uns aber absolut einig, auch wenn wir unterschiedlich reagierten: mit Wut, Trauer, Verzweiflung oder auch Hoffnungsblitzen. Eine Frau, die sich absichtlich vor Nachrichten schützt, sagte: Ja, so kann sie sich wieder über Politik austauschen.
Ich kann dieses Format absolut weiter-empfehlen für sinnvolle Gespräche, und auch wir werden es weiter anbieten, das nächste Mal am 28. Juni wieder bei uns in Nisdorf.