Aufrüstung beschleunigt Umweltzerstörung massiv
Schweizerische Friedensbewegung fordert «Friedensdividende» statt weiterer Rüstungsausgaben

Die Schweizerische Friedensbewegung warnt eindringlich: Die weltweite Aufrüstung zerstört nicht nur Leben und Infrastruktur in Kriegen, sondern beschleunigt auch die Klimaerhitzung und den Ressourcenverschleiss massiv. Statt die existenziellen Bedrohungen wie Umweltzerstörung zu bekämpfen, verdrängen Militarisierung und Kriegsrhetorik diese Themen aus dem öffentlichen Diskurs.

Laut dem Stockholmer Friedensinstitut Sipri erreichten die globalen Militärausgaben 2024 einen Rekord von 2,7 Billionen Dollar – ein Anstieg von fast zehn Prozent innert eines Jahres. Über hundert Staaten erhöhten ihre Rüstungsetats.

Jeder Franken, der in Waffen fliesst, fehlt bei Bildung, Gesundheit und Klimaschutz.Besonders verheerend sind die Folgen bewaffneter Konflikte. Der Krieg in der Ukraine verursachte allein in drei Jahren 237 Millionen Tonnen zusätzliches CO₂ – fast das Doppelte der jährlichen Treibhausgasemissionen der Schweiz. Altlasten aus früheren Kriegen wie Agent Orange in Vietnam, uranhaltige Munition im Irak oder Glyphosat-Einsätze im Südlibanon vergiften Böden und Gewässer auf Jahrzehnte hinaus. Die Friedensbewegung spricht von gezieltem «Ökozid», der neben Kriegsverbrechen künftig auch strafrechtlich verfolgt werden soll.

Die Autorin Gabriela Neuhaus verweist auf die «Global Peace Dividend Initiative» italienischer Physiker, unterstützt von über fünfzig Nobelpreisträgern: Eine weltweite Kürzung der Militärausgaben um je zwei Prozent könnte Milliarden für Klimaschutz, Pandemiebekämpfung und friedliche Konfliktlösungen freisetzen.

Die Schweizer Friedensbewegung fordert eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie: Umweltschutz und Frieden müssen zusammen gedacht werden. Nur so lasse sich die Zerstörung der Lebensgrundlagen stoppen.