Das 40. Zürcher Theater Spektakel ist in vollem Schwung

Am diesjährigen Zürcher Theater Spektakel geht es um nichts Geringeres als um eine andere Welt. Es gibt für alle Vorstellungen noch Karten an der Abendkasse.

Schwarzweiss-Foto aus dem Jahr 1984, mit Theaterszene auf dem Zürcher Hechtplatz, drei Männer und eine Frau beugen sich über die geöffnete Motorhaube eines Autos, viel Publikum schaut zu und lacht.
Zürcher Theater Spektakel 1984: Epigonentheater mit «De Struiskogel» auf dem Hechtplatz. (Bild: ©Christian Altorfer)

Sie könnte auch ganz anders sein. Die Welt. Anders als die Welt, die wir gerade in den Nachrichten täglich sehen. Die Welt könnte so sein, wie sie die neun starken chilenischen Mädchen von La Re-Sentida in ihrem berührenden Theaterabend beschreiben: eine Welt, in der Kinder und junge Frauen ernst genommen und gehört werden. Oder eine Welt, wie sie die französische Künstlerin Phia Ménard imaginiert: in der eine Gruppe von Frauen mit Mut und viel Humor in überwältigenden Bildern manche vermeintliche Gewissheit unserer Gegenwart zum Wanken bringt.

Oder eine Welt, wie sie die brasilianischen Tänzerinnen und Tänzer von Lia Rodrigues mit ganzem Körpereinsatz erkämpfen: eine Welt des kraftvollen Widerstands gegen Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung. Drei wunderbare Beispiele im diesjährigen Programm dafür, wie Kunst lustvoll die Fantasie animieren kann, sich neue Realitäten vorzustellen, die man fast nicht mehr für möglich gehalten hat – wenn man Nachrichten sieht. Für alle drei Produktionen sind noch Karten erhältlich.

Und vielleicht machen auch einfach alle mit. Fast jeden Abend um 18 Uhr  (am Wochenende früher) macht der französische Choreograf Boris Charmatz alle warm. Ganz umsonst, draussen und bei jedem Wetter.  Jeden Abend um 21 Uhr sind Interessierte an den Stammtisch eingeladen, um mit Künstlern und Experten über aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren. An zwei Sonntagen halten die renommierten Wissenschaftlerinnen Gloria Wekker und Saskia Sassen Vorträge zu global relevanten Themen.

Sein 40-Jahre-Jubiläum feiert das Zürcher Theater Spektakel grosszügig, mit allen, umsonst, draussen und bei jedem Wetter. Das Fest für alle beginnt am Samstag, 17. August, um 16 Uhr mit der Performance «20 danseurs pour le XXème siècle». Anschliessend sind alle eingeladen an eine sehr lange Tafel auf der Landiwiese. Social Muscle Club wird die Gäste dabei unterstützen, an dem Tisch nicht nur zu essen, sondern auch zu geben und zu nehmen und dabei ihre sozialen Muskeln zu trainieren.

Es gibt für alle Vorstellungen noch Karten an der Abendkasse. Auch für solche, die im Vorverkauf ausverkauft sind. (Ausnahme: die 1:1-Performance von Reifler & Bergmann.) Die Kasse ist täglich ab 17 Uhr geöffnet. Die Anzahl erhältlicher Karten wird während des Festivals täglich um 15 Uhr auf der Website und auf Facebook bekannt gegeben. Bei kleinen Restkontingenten werden pro Person und Vorstellung zwei Karten abgegeben. Und 30 Minuten vor Beginn einer nicht ausverkauften Vorstellung gibt’s zwei Karten zum Preis von einer.

Damit auch Menschen mit geringem Einkommen teilnehmen können, wurde die Aktion Soli-Karten lanciert. Wer will, kann eine, zwei drei, vier Eintrittskarten spendieren. Gut 240 Karten und 270 Getränkebons wurden bisher gespendet. Eintrittskarten und Bons werden gegen Voranmeldung auf  Telefon 044 415 15 50 oder contact@theaterspektakel.ch an Menschen mit geringem Einkommen abgegeben.

Mehr dazu

- Website des Zürcher Theater Spektakels mit allen Infos
- Die besten Bilder aus 40 Jahren Spektakel-Geschichte: Ein Blick ins Archiv des Chronisten Christian Altorfer
- Spektakuläres und Kostenloses auf der Landiwiese: Bericht auf srf.ch
- «In diesem Stück wohnt die Wut»: Bericht in der NZZ über die Eröffnungsvorstellung,  15. August 2019

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Quelle: Zürcher Theater Spektakel

16. August 2019
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