Mehrere Völkerrechtsexperten werfen der Bundesregierung vor, sich am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran zu beteiligen. Grund sei die Erlaubnis, US-Militärstützpunkte in Deutschland, darunter Ramstein, für die Angriffe zu nutzen.
Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte am 9. März erklärt, die Bundesregierung werde die Nutzung der Basen nicht einschränken, da sie auf bestehenden Verträgen beruhe. Die Juristen halten dies jedoch für irrelevant: Das in der UN-Charta verankerte Gewaltverbot gehe allen anderen Abkommen vor. Die blosse Zurverfügungstellung von Hoheitsgebiet für einen Angriffskrieg stelle eine Beihilfe dar und könne sogar als eigenständige Aggression gewertet werden – vergleichbar mit der Rolle Weissrusslands beim russischen Einmarsch in die Ukraine.
Experten wie Nico Krisch, Norman Paech und Michel Erpelding betonen, die Bundesregierung habe in Kenntnis der Umstände Hilfe geleistet und verstosse damit auch gegen das Grundgesetz. Ein Aktivist hat deshalb beim Generalbundesanwalt Strafanzeige gegen Regierungsmitglieder gestellt. Die Behörde äussert sich dazu bisher nicht.Im Gegensatz dazu hatte Spanien den USA die Nutzung seiner Stützpunkte für Angriffe auf den Iran untersagt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Krieg am 24. März als völkerrechtswidrig.