Faktenchecker unter Druck: Branche schrumpft weltweit – Geldmangel und politische Kritik nehmen zu
Konferenz in Litauen zeigt Krise der Wahrheitsprüfer. Zugleich rückt ihre Rolle im Informationskrieg in den Fokus.

Die internationale Faktenchecker-Branche steckt in einer Krise. Auf der Konferenz «GlobalFact 2026» in Vilnius berichtete das International Fact-Checking Network (IFCN) von sinkenden Einnahmen, Stellenabbau und wachsendem politischen Gegenwind.

Die Zahl aktiver Faktencheckerorganisationen sank seit dem Höchststand 2024 von 464 auf 437. Drei Viertel der Organisationen bezeichnen ihre finanzielle Lage als prekär, die Hälfte verzeichnet rückläufige Einnahmen.

Als wichtiger Grund gilt der Entscheid von Meta, in den USA nicht länger mit Faktencheckern zusammenzuarbeiten. Während EU-Vorgaben Plattformen weiterhin zur Zusammenarbeit verpflichten, wächst die Kritik an der politischen Unabhängigkeit der Branche.

IFCN-Direktorin Angie Drobnic Holan wies Vorwürfe zurück, Faktenchecks dienten der Zensur. Die Konferenz machte zugleich die enge Verflechtung mit sicherheitspolitischen Fragen deutlich: Litauische Regierungs- und Militärvertreter bezeichneten «kognitive Kriegsführung» als neues Konfliktfeld und präsentierten Faktenprüfern ihre Strategie zur Bekämpfung von Desinformation im Spannungsfeld mit Russland.


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