Gasspeicher auf historischem Tiefstand
Energiekrise wird zur Chefsache auf dem EU-Gipfel

Die EU bereitet sich auf eine neue Energiepreiskrise und mögliche Versorgungsengpässe vor. Ratspräsident Costa hat das Thema auf die Tagesordnung des EU-Gipfels gesetzt, der am kommenden Donnerstag in Brüssel beginnt. Gefragt seien «gezielte und temporäre Massnahmen», um die Folgen steigender Energiepreise abzufedern. 

Frankreichs Staatschef Macron fordert Sofortmassnahmen und warnt vor Engpässen. Die EU-Kommission ruft bereits zum Sparen bei Gas und Strom auf und schlägt vor, die Methanverordnung für Öl-, Gas- und Kohleimporte um ein Jahr aufzuschieben, um Kosten zu sparen.

Die Gaspreise sind seit Ende Februar um 140 Prozent gestiegen. Die Mehrkosten für importierte fossile Brennstoffe belaufen sich auf 100 Milliarden Euro. Ursachen sind unter anderem die umkämpfte Strasse von Hormus sowie der Preisschub beim Diesel. 

Gleichzeitig leeren sich die Gasspeicher rasant – kurz vor der Heizperiode. Europaweit liegen sie bei nur 72 Prozent, in Deutschland gar bei 59 Prozent. Normalerweise sollten sie bis Anfang November zu 90 Prozent gefüllt sein.